18.04.2019

Viele Beschäftigte arbeiten immer noch körperlich hart - BIBB/BAuA-Befragung 2018 zu körperlicher Belastung ausgewertet

Schwere körperliche Arbeit belastet noch immer viele Beschäftigte in
Deutschland. Dies zeigt das zweite Faktenblatt zur BIBB/BAuA-Erwerbstätigen-
befragung 2018, das die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
(BAuA) jetzt unter dem Titel "Körperlich harte Arbeit in Deutschland - immer
noch weit verbreitet" veröffentlicht hat. Zugleich gibt es auch Informationen,
wie gute Arbeitsgestaltung und Verhaltensregeln gesundheitlichen Beschwerden
durch körperliche Arbeit entgegenwirken können.

Körperliche Belastungen bei der Arbeit gehören für viele Erwerbstätige zum
Arbeitsalltag. So gibt mehr als jeder Zweite (54%) an, häufig im Stehen zu
arbeiten. Das ist für mehr als jeden vierten Betroffenen (27 %) belastend.
Auch wenn nur etwa jeder Vierte (23 %) häufig schwere Lasten hebt oder trägt,
fühlt sich mehr als die Hälfte (53 %) davon belastet. Schwere körperliche
Arbeit kommt unter anderem besonders häufig in Bau- und Gartenbauberufen,
aber auch in der Pflege und Gastronomie vor. Das Faktenblatt nennt auch Zahlen
zu Arbeit mit den Händen und in Zwangshaltung.

Insgesamt zeigt sich, dass körperliche Arbeit auch in der Wissensgesellschaft
präsent ist. Im Vergleich zur Erwerbstätigenbefragung von 2012 lassen sich nur
geringe Veränderungen feststellen. Die Ergebnisse haben sich insgesamt wenig
verändert: Die größte Abweichung gibt es bei der Frage nach Arbeiten, die mit
den Händen durchzuführen sind und viel Geschick, Geschwindigkeit oder große
Kraft erfordern. Hier sank die Zahl der Betroffenen von 42 Prozent im Jahr 2012
auf 39 Prozent in 2018.

Nach wie vor sind Männer in Vollzeit am ehesten harter Arbeit ausgesetzt. Im
Teilzeitbereich berichten jedoch Frauen häufiger über körperlich belastende
Arbeitsbedingungen. Zudem empfinden Frauen unabhängig von der geleisteten
Stundenzahl körperlich harte Arbeit im Vergleich zu Männern häufiger als
belastend.

Die Daten zeigen auch, dass es ein großes Präventionspotenzial im Bereich
körperlicher Belastungen gibt. Entlastung kann eine gesundheitsförderliche
Arbeitsgestaltung bringen beispielsweise durch den Einsatz von ergonomischen
Arbeitsmitteln oder Trage- und Transporthilfen. Die Beschäftigten können sich
beispielsweise durch rückenschonende Hebe- und Tragetechniken, gezielte
Ausgleichsbewegungen, aber auch durch Pausen entlasten. Dazu weist das
Faktenblatt auf verschiedene BAuA-Broschüren zum Thema hin.

baua:Fakten "Körperlich harte Arbeit in Deutschland - immer noch weit verbreitet"


AplusA-online.de - Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)