26.03.2019

Rückhalt für die Zeitumstellung auf neuem Tiefpunkt - DAK-Umfrage: 26 Prozent hatten gesundheitliche Probleme nach dem Dreh an der Uhr

Der Widerstand gegen die Zeitumstellung wächst: Immer weniger
Menschen in Deutschland halten sie noch für sinnvoll. Nach einer repräsentativen
Umfrage* der DAK-Gesundheit liegt der Anteil der Befürworter bei 18 Prozent -
und damit auf dem tiefsten Wert seit Jahren. Seit 2013 ist der Zustimmungswert
von ehemals 29 Prozent um 11 Prozentpunkte gefallen. Mehr als drei Viertel der
Befragten sind der Meinung, die Zeitumstellung sollte abgeschafft werden.
Besonders Frauen litten in der Vergangenheit unter Problemen nach der Umstellung.
Am kommenden Sonntag werden nachts die Uhren von zwei auf drei Uhr vorgestellt.
Ab dann gilt in allen Ländern Europas wieder die Sommerzeit. Auch die Europäische
Union diskutiert die Abschaffung der Zeitumstellung in den kommenden Jahren.

Ein Viertel der Befragten gibt an, schon einmal Probleme im Zuge der Zeitumstellung
gehabt zu haben. Dabei fühlten sich die meisten von ihnen (71 Prozent) schlapp
und müde. An zweiter Stelle kommen mit 63 Prozent Einschlafprobleme und Schlaf-
störungen, unter denen Frauen besonders häufig leiden: 70 Prozent der weiblichen
Befragten geben das an, im Vergleich zu 53 Prozent der Männer. 36 Prozent
konnten sich durch den Dreh an der Uhr schlechter konzentrieren, ein Drittel
(32 Prozent) fühlte sich gereizt. Zehn Prozent litten sogar unter depressiven
Verstimmungen. Männer sind hierbei mit 14 Prozent doppelt so häufig vertreten
wie Frauen (7 Prozent). Insgesamt 16 Prozent der Erwerbstätigen sind durch die
Zeitumstellung bereits zu spät zur Arbeit gekommen. Franziska Kath, Diplom-
Psychologin der DAK-Gesundheit, erklärt: "Psychische Probleme im Zuge der
Umstellung auf die Sommerzeit hängen mit der biologischen, inneren Uhr des Körpers
zusammen. Oft ist hier die beste Medizin schlicht ein wenig Geduld und Ruhe.
Nach spätestens ein paar Tagen sollten sich Körper und Geist angepasst haben."

Besonders hoch ist die Zustimmung zur Zeitumstellung im Südwesten: Dort und in
Baden-Württemberg hat sie mit 24 Prozent den bundesdeutschen Höchstwert. In
Ostdeutschland und in Nordrhein-Westfahlen hingegen ist halten sie nur 16
Prozent der Befragen für sinnvoll. In der Bundesrepublik Deutschland wurde die
Sommerzeit im Jahr 1980 als Reaktion auf die Ölkrise zwei Jahre zuvor eingeführt.
Ziel dieser Maßnahme war es, Energie zu sparen. Seit 1996 gilt die Sommerzeit
EU-weit und beginnt jeweils am letzten Sonntag im März. Am letzten Sonntag im
Oktober werden die Uhren dann in allen Staaten der Europäischen Union wieder
auf die Winterzeit - also die Normalzeit - zurück gedreht. In einer EU-weiten
Befragung sprachen sich im Sommer 2018 84 Prozent der Teilnehmer für ein Ende der
Zeitumstellung aus. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker kündigte daraufhin
an, den Bürgerwillen schnellstmöglich umzusetzen. Der Verkehrsausschuss des
Europäischen Parlaments schlug eine Abschaffung bis zum Jahr 2021 vor. Bis dahin
müssen Europäisches Parlament und die Mitgliedsstaaten zustimmen. Unklar ist
bisher noch, ob dann die Normalzeit oder die Sommerzeit beibehalten wird.

*Repräsentative Bevölkerungsumfrage zur Zeitumstellung durch Forsa, 11. Februar
bis 6. März 2019, 1.003 Befragte bundesweit.

AplusA-online.de - Quelle: DAK-Gesundheit