22.10.2019

Psychische Gesundheit im Fokus: BGW-Ratgeber zur Gefährdungsbeurteilung

Hamburg - In der gesetzlich vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilung müssen Unternehmen auch die
psychische Belastung ihrer Beschäftigten bei der Arbeit unter die Lupe nehmen. Doch wie sieht
eine Gefährdungsbeurteilung zu diesem Themenfeld in der Praxis aus? Die Berufsgenossenschaft
für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) erläutert in ihrem neuen, branchenübergreifenden
Ratgeber "Psychische Gesundheit im Fokus" Ziele und Methoden.

Arbeitsbedingungen überprüfen
"Im Vergleich mit anderen Aspekten der Gefährdungsbeurteilung sind arbeitsbedingte psychische
Belastungen ein schwerer greifbares, aber doch allgegenwärtiges Thema", erklärt Andreas Boldt,
Präventionsexperte der BGW. "Hier spielen sowohl individuelle als auch strukturelle Aspekte
eine Rolle." Deshalb sollten Führungskräfte die Beschäftigten als Fachleute für ihre eigene
Arbeitssituation aktiv beteiligen und das gemeinsame Ziel in den Mittelpunkt stellen - die
Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. "Eines ist dabei besonders hervorzuheben", betont
Boldt: "Es geht hierbei nicht um die psychische Verfassung der einzelnen Beschäftigten,
sondern um die menschengerechte Gestaltung der Arbeit an sich."

Praktische Tipps für Unternehmen
Die neue BGW-Broschüre begleitet Unternehmen Schritt für Schritt beim Vorbereiten und Durchführen
einer Befragung der Beschäftigten. Enthalten ist unter anderem ein Fragebogen zu psychischen
Belastungen. Für die anschließende Auswertung in Workshops und die Umsetzung der ermittelten
Maßnahmen finden sich ebenfalls Vorschläge. Der Ratgeber eignet sich für Unternehmen unter-
schiedlicher Größe: Als Handlungsleitfaden für große Organisationen bietet er konkrete Hinweise
für die Planung, Steuerung und Durchführung sowie Hinweise auf weitere Unterstützungsangebote
der BGW. Als Information für kleinere Unternehmen gibt er Tipps für die Umsetzung in entsprechend
kleinerer Dimension mit verkürzten Abläufen. 

Geschäftsleitung in der Verantwortung
Die Gefährdungsbeurteilung ist auch aus unternehmerischer Perspektive sinnvoll. Psychische
Belastungen führen nicht nur zu individuellem Leid, sondern auch zu Leistungsminderung und
Arbeitsausfall. Viele häufig vorkommende Belastungen lassen sich vermeiden oder abmildern.
Die Unternehmensleitung hat erheblichen Einfluss darauf, Aspekte wie Arbeitsintensität,
Arbeitszeit, Handlungsspielraum und soziale Beziehungen zu gestalten. Eine Bestandsaufnahme
der Belastungen und Maßnahmen kann die Arbeitsbedingungen nachhaltig verbessern.

Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)


AplusA-online.de - Quelle: Broschüre "Psychische Gesundheit im Betrieb"