20.12.2019

Leben retten ohne Angst

Zu viele Deutsche wissen zu wenig über Erste-Hilfe-Maßnahmen. Hinzu kommt die Angst,
etwas falsch zu machen. Der letzte Erste-Hilfe-Kurs liegt oft mehr als 10 Jahre zurück.
Und dann kursiert jede Menge gefährliches Halbwissen in den Köpfen der potentiellen
Ersthelfer. Die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM)
klärt über sechs große Erste-Hilfe-Mythen auf.

Der häufigste Irrglaube ist: Besser nichts tun, als etwas falsch machen. Das ist
nicht nur unterlassene Hilfeleistung, sondern auch noch strafbar. Jeder Mensch
ist verpflichtet, Verletzten nach seinen Möglichkeiten zu helfen oder zumindest
unmittelbar Hilfe zu holen.

Ein weiterer Mythos: Angeblich müssen bei einem Notruf alle fünf W-Fragen abgearbeitet
werden. Das stimmt nur eingeschränkt. Am wichtigsten sind das "Wo" und das "Was",
die weitere Gesprächsführung kann man den Profis überlassen und auf deren Fragen
antworten. Niemals sollte man selbstständig das Telefonat beenden.

Auch wer meint, als erstes müsse er den Puls prüfen, der irrt. Ausschlaggebend ist
zunächst, ob der Betroffene bei Bewusstsein ist. Man sollte die Person daher ansprechen
oder an den Schultern rütteln.

Am zweitwichtigsten ist es, die Atmung zu überprüfen. Fehlt diese, ist eine Herz-
druckmassage dringend angezeigt. Da hilft die stabile Seitenlage schlichtweg nichts.
Sie ist nicht das Allheilmittel, wie viele fälschlicherweise denken. Zu den dring-
lichen Maßnahmen in der Notfallversorgung gehört, ein allmähliches Versagen der
Atmung zu erkennen und sofort mit der Herzdruckmassage zu beginnen. D.h. wer einen
Herz-Kreislauf-Stillstand hat, benötigt sofort eine Herzdruckmassage!

Doch wie werden die Hände für eine Herzdruckmassage richtig positioniert? Die Haupt-
sache ist, dass es losgeht. Wer es ganz korrekt machen möchte, legt im Idealfall
den Handballen auf die Brustmitte - also das Brustbein - und drückt pro Minute
mit beiden Händen senkrecht 100 bis 120 Mal fest zu. Beim Rhythmus bietet der
altbekannte Bee Gees-Song "Staying Alive" eine gute Orientierung. Also: Sofort
starten und solange weitermachen, bis Hilfe eintrifft.

Die letzte Halbwahrheit besagt, man beatme heutzutage gar nicht mehr. Genau das
stimmt so nicht. Eine reine Druckmassage ist das Minimum bei einer Wiederbelebung.
Verbunden mit einer Beatmung ist sie sozusagen auf Bundesliga-Niveau. Ist ein
externer Defillbrillator (AED) vorhanden, ist das ein Idealfall und die Wieder-
belebung kann quasi auf dem Level der Champions League erfolgen. Ohne technische
Hilfsmittel ist es ideal, 30 Mal zu drücken, die Nase der Person zuzuhalten und
zweimal gleichmäßig Luft in den Mund zu blasen.

Der komplette Artikel zum Thema Erste Hilfe ist in der Ausgabe von impuls 04/2019,
der Zeitschrift der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse
(BG ETEM) nachzulesen..

Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM)


AplusA-online.de - Quelle: Weitere, umfassende Informationen zu sehr vielen Aspekten der Ersten Hilfe