24.10.2019

Kennzeichnung und Einstufung von Chemikalien verstehen

Seit rund zehn Jahren wird für Chemikalien, die gefährliche Eigenschaften haben, ein neues Kennzeichnungsetikett
verlangt. Noch immer macht es vielen Beschäftigten und Verbrauchern Probleme, alle Informationen
auf dem Etikett zu verstehen. Zugleich haben Unternehmen, die gefährliche Stoffe und Gemische auf
den Markt bringen, Schwierigkeiten ihre Produkte richtig einzustufen und zu kennzeichnen. Mit dem
Faltblatt baua: Kompakt "Gefahrstoffe - Einstufung und Kennzeichnung verstehen" bietet die
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) einen übersichtlichen und verständlichen
Einstieg in dieses komplexe Thema an.

Chemische Stoffe können gefährliche Eigenschaften für Mensch und Umwelt haben. Um Anwender und Umwelt
vor solchen Gefahrstoffen zu schützen, müssen sich auf deren Verpackungen Informationen zur sicheren
Verwendung befinden. Das gilt auch für Gemische, die Gefahrstoffe enthalten, wie beispielsweise manche
Haushaltsreiniger oder Bauchemikalien. Mittlerweile gibt es durch das Global Harmonisierte System (GHS)
der Vereinten Nationen weltweit einheitliche Regeln. Europa hat diese Regeln mit der CLP-Verordnung
(Verordnung (EG) 1272/2008) bindend übernommen. Dabei lassen sich die gefährlichen Eigenschaften der
chemischen Stoffe nach festgelegten Kriterien bestimmen und verschiedenen Gefahrenkategorien zuordnen.
Das System dieser Einstufung ist sehr komplex. So gibt es über 50 Gefahrenkategorien. Die Bandbreite
der Gesundheitsgefahren reicht von Hautreizungen bis zur akuten Vergiftung oder der Erzeugung von
Krebs. Wenn Stoffe oder Gemische in mindestens einer Kategorie eingestuft sind, gelten sie als gefährlich.
Mehrere Einstufungen zu verschiedenen Gefahren sind möglich.

Das Kennzeichnungsetikett enthält neben dem Produktnamen die gefährlichen Inhaltsstoffe. Standardisierte
Gefahrenhinweise beschreiben alle relevanten Gefahren so kurz wie möglich. Außerdem sind die zugehörigen
Gefahrenpiktogramme und das Signalwort "Achtung" oder "Gefahr" vorgeschrieben. Obligatorischen Sicherheits-
hinweise zeigen Maßnahmen zur sicheren Verwendung auf. Außerdem müssen Kontaktinformationen des Lieferanten
aufgeführt werden. Gemische tragen in Zukunft auch einen UFI-Code (Unique Formula Identifier), damit Gift-
informationszentren schnell Auskunft über mögliche Gegenmaßnahmen geben können. Ergänzende Informationen
können die Angaben vervollständigen.

Das Faltblatt geht auch auf den Weg zum Kennzeichnungsetikett ein und erläutert, wer verantwortlich ist
und welche Schritte vorzunehmen sind. Hinweise auf Informationsquellen runden das Papier ab.

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)


AplusA-online.de - Quelle: Zum Faltblatt baua: Kompakt "Gefahrstoffe - Einstufung und Kennzeichnung verstehen"