03.12.2019

Jeder fünfte Beschäftigte hat zu kurze Ruhezeiten

Negative Zusammenhänge mit Gesundheit und Work-Life-Balance

Beschäftigte mit verkürzten Ruhezeiten haben häufiger gesundheitliche Beschwerden
und eine schlechtere Work-Life-Balance. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Die Studie zeigt ebenso,
dass das Risiko größer ist, die Ruhezeiten nicht einzuhalten, je länger die Tages-
beziehungsweise Wochenarbeitszeiten der Beschäftigten sind. Die Publikation baua:
Bericht kompakt "Verkürzte Ruhezeiten: Auswirkungen auf die Gesundheit und die 
Work-Life-Balance" fasst diese und weitere Forschungsergebnisse übersichtlich
zusammen.

Das deutsche Arbeitszeitgesetz legt die Höchstgrenzen für die tägliche Arbeitszeit
und die Mindestdauer für Arbeitsunterbrechungen fest. In der Regel haben Beschäftigte
demnach Anspruch auf eine ununterbrochene Ruhezeit von elf Stunden. Das Gesetz lässt
jedoch Verkürzungen in bestimmten Bereichen wie zum Beispiel im Gesundheitswesen,
in der Landwirtschaft oder beim Rundfunk zu. Zudem können abweichende Regelungen
tarifvertraglich getroffen werden.

In der BAuA-Arbeitszeitbefragung von 2017 wurden die Beschäftigten erstmals dazu befragt,
ob sie die Mindestruhezeiten einhalten. Rund 20 Prozent der Vollzeitbeschäftigten geben
an, dass sie mindestens einmal im Monat von verkürzten Ruhezeiten betroffen sind.
Am höchsten ist der Anteil im Gesundheitswesen: hier berichten 39 Prozent der dort
Beschäftigten, dass sie mindestens einmal im Monat von verkürzten Ruhezeiten betroffen
sind.

Die Auswertung zeigt: Insgesamt haben Beschäftigte mit verkürzten Ruhezeiten mehr
psychosomatische Beschwerden als Beschäftigte mit mindestens elfstündigen Ruhezeiten.
Dazu zählen zum Beispiel Rückenschmerzen, Schlafstörungen oder emotionale Erschöpfung.
Auch die Work-Life-Balance verschlechtert sich signifikant.

Die Studie der BAuA macht deutlich, dass Mindestruhezeiten nach wie vor ein wichtiges
und sinnvolles Instrument des Arbeitsschutzes sind. Die Autoren empfehlen, geltende
Mindeststandards auch in Zukunft beizubehalten und vor allem die Länge der Ruhezeiten
beziehungsweise die Ausnahmeregelungen und Abweichungen noch stärker in den Blick zu
nehmen.

"Verkürzte Ruhezeiten: Auswirkungen auf die Gesundheit und die Work-Life- Balance"; Leon
Ratermann, Nils Backhaus, Corinna Brauner, Anita Tisch; Dortmund: Bundesanstalt für Arbeits-
schutz und Arbeitsmedizin 2019; 1. Auflage; 2 Seiten; doi: 10.21934/baua:berichtkompakt20191030

Den baua:Bericht kompakt gibt es im PDF-Format zum Herunterladen im Internetangebot der BAuA.

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)


AplusA-online.de - Quelle: Zum baua:Bericht kompakt