22.08.2019

Flexible Beschäftigungsformen und Gesundheitsförderung im Betrieb

Der iga.Report "Flexible Beschäftigungsformen und aufsuchende
Gesundheitsförderung im Betrieb" enthält zahlreiche Beispiele zur Anwendung der
Maßnahmen auch bei Teilzeit und befristeter Beschäftigung in verschiedenen
Branchen und Jobs. (© iga)

Zeitarbeit, Minijob, Projekt-Vertrag: Ein Fünftel aller Erwerbstätigen in
Deutschland hat keine unbefristete Vollzeitstelle. Für die betriebliche
Gesundheitsförderung ist diese Gruppe von Beschäftigten aus verschiedenen
Gründen schwer zu erreichen. Eine neue Publikation der Initiative Gesundheit
und Arbeit (iga) zeigt, wie Unternehmen dennoch etwas für die Gesundheit ihrer
Minijobber, Teilzeitkräfte sowie Zeitarbeitskräfte tun können: mit Angeboten
direkt am Arbeitsplatz.

Der ständige Druck eine neue Arbeitsstelle zu finden, Existenzängste sowie
mangelnde soziale Einbindung in das Unternehmen können sich auf die Gesundheit
von Beschäftigten in befristeten Arbeitsverhältnissen oder Teilzeit auswirken.
Gleichzeitig sind diese Beschäftigten schwerer für Maßnahmen der Gesundheits-
förderung zu erreichen als Vollzeitbeschäftigte mit unbefristeten Arbeitsverträgen.
So ist es für Teilzeitbeschäftigte durch ihre verringerte Stundenzahl häufig
nur eingeschränkt möglich, an Gesundheitsangeboten teilzunehmen. Zeitarbeits-
kräfte stehen oft vor dem Problem, dass nicht das entleihende Unternehmen
zuständig für ihre Gesundheitsförderung ist, sondern das Verleihunternehmen, von
dem sie örtlich getrennt sind. Aufsuchende Gesundheitsförderung kann hier eine
Lösung sein.

"Aufsuchende Gesundheitsförderung" bedeutet Gesundheitsförderung direkt am
Schreibtisch, der Werkbank oder dem Verkaufstresen. Übungseinheiten, Informations-
oder Beratungsangebote werden niederschwellig, nah am Arbeitsplatz und während
des Arbeitstages angeboten. Der Vorteil: Die Beschäftigten müssen keine entfernt
liegenden Räume aufsuchen oder die Gesundheitsförderung in den Feierabend
verlagern. So lassen sich auch Mitarbeitende zum Mitmachen motivieren, die
Gesundheitsangebote des Betriebs oft nicht wahrnehmen. Die einzelnen Angebote
dienen zum Beispiel dazu, Stress abzubauen, Herz und Kreislauf zu stärken sowie
Augen und Rücken zu entlasten. Das kann Erkrankungen effektiv vorbeugen.
Da beispielsweise Übungen direkt am Arbeitsplatz stattfinden, können die Mit-
arbeitenden zugleich über die konkreten Belastungen vor Ort und Gesundheits-
risiken aufgeklärt werden.

Der iga.Report "Flexible Beschäftigungsformen und aufsuchende Gesundheitsförderung
im Betrieb" enthält zahlreiche Beispiele zur Anwendung der Maßnahmen in ver-
schiedenen Branchen und Jobs. Darunter: Bildschirmtätigkeiten, Arbeit im Schicht-
dienst, gefährliche Jobs, Arbeit in der Personenbeförderung, im Callcenter sowie
in der Kosmetik-, Chemie- und Nahrungsmittelbranche. Die 52-seitige Broschüre
gibt es kostenlos im Internet.


Zum aktuelle iga-Report 39


AplusA-online.de - Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)