28.08.2019

Fakten: Sonne belastet etwa jeden siebten Beschäftigten

Etwa jeder siebte Beschäftigte in Vollzeit (14 Prozent) verbringt mehr
als die Hälfte seiner Arbeitszeit im Freien. Jedoch erhält nur rund jeder dritte
Betroffene (39 Prozent) eine regelmäßige Unterweisung über Gefährdungen durch
die Sonnenstrahlung. Diese und andere Ergebnisse der BIBB/BAuA-Erwerbstätigen-
befragung 2018 enthält das jetzt von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und
Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlichte Faktenblatt "Arbeiten im Freien - Beschäftige
vor UV-Strahlung schützen".

Rund 290.000 Menschen erkranken jährlich in Deutschland neu an Hautkrebs. Die
UV-Anteile der Sonnenstrahlung lösen dabei häufig aktinische Keratosen und das
Plattenepithelkarzinom aus. Diese Formen des weißen Hautkrebses sind seit 2015
als Berufskrankheit anerkannt. Bei der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018
gab etwa jeder siebte in Vollzeit arbeitende Befragte (14 Prozent) an, mehr als
die Hälfte der Arbeitszeit im Freien zu verbringen. Sie arbeiten zumeist im
Baugewerbe (91 Prozent), dem Gartenbau und der Floristik (85 Prozent) oder der
Land- und Forstwirtschaft (81 Prozent). Jedoch liegt der Anteil auch in Berufen
wie beispielsweise Fahrern oder Gebäudetechnikern bei rund 40 Prozent. Bei den
Betroffenen handelt es sich überwiegend um Männer (87 Prozent).

Die Beschäftigten sehen sich im Freien nicht nur der UV-Strahlung der Sonne
ausgesetzt. Rund zwei von drei Betroffenen (69 Prozent) arbeiten auch häufig
unter Hitze, Kälte, Feuchtigkeit und Zugluft. Auch befinden sich Dreck und
Schmutz sowie Rauch, Staub und Gase häufiger in ihrer Arbeitsumgebung.
Insgesamt berichten die viel im Freien Arbeitenden häufiger über Reizungen der
Haut (16 Prozent) als andere Beschäftigte (11 Prozent).

Von den Erwerbstätigen, die überwiegend im Freien arbeiten, erhält nur jeder
etwa Dritte (39 Prozent) eine regelmäßige Unterweisung über die Gefährdungen
durch Sonnenstrahlung. Dabei finden in größeren Betrieben, in der Bauwirtschaft
sowie in Betrieben, die eine Mitarbeitervertretung haben oder Maßnahmen der
Gesundheitsförderung durchführen, deutlich häufiger Unterweisungen statt.

Die Ergebnisse zeigen, dass es verschiedene Berufe gibt, in denen Beschäftigte
durch die Arbeit im Freien ein erhöhtes Hautkrebsrisiko tragen. Rund 60 Prozent
der Betroffenen erhalten keine regelmäßige Unterweisung. Letztlich lassen sich
die Risiken durch die UV-Anteile der Sonnenstrahlung durch angepasste Schutz-
maßnahmen und angepasstes Verhalten verringern. Neben der Aufklärung der
Beschäftigten durch den Arbeitgeber gehören dazu Maßnahmen wie beispielsweise
eine ausreichende Verschattung der Arbeitsplätze oder das Tragen angemessener
Kleidung zum Sonnenschutz.

baua: Fakten "Arbeiten im Freien - Beschäftige vor UV-Strahlung schützen" gibt
es als PDFim Internetangebot der BAuA.

"Arbeiten im Freien - Beschäftige vor UV-Strahlung schützen" gibt


AplusA-online.de - Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)