21.05.2019

EuGH-Urteil zur Arbeitszeiterfassung - Stellungnahme des Hauptgeschäftsführers der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung

Aufforderung, Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit stärker in den
Fokus zu nehmen

Zum Urteil des Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) zur Arbeitszeiterfassung
erklärt der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung
(DGUV), Professor Dr. Joachim Breuer:

"Nicht die Erfassung der Arbeitszeit ist das eigentliche Problem, sondern der
Umgang mit der Arbeitszeit. Überlange Arbeitszeiten erhöhen das Unfallrisiko
und schaden der Erholungsfähigkeit. Das ist wissenschaftlich belegt. Es ist
daher zu begrüßen, wenn das Urteil des EuGH dazu führt, dass Sicherheit und
Gesundheit bei der Arbeit stärker in den Fokus rücken. Das Wissen über die
geleistete Arbeitszeit verbessert die Grundlage, auf der Führungskräfte mit
ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ins Gespräch über die Arbeitsdauer
kommen können. Insbesondere betrifft dies jene Beschäftigte, die im Home Office
arbeiten, Vertrauensarbeitszeit haben oder von denen man weiß, dass sie zu
Überstunden neigen. Die gesetzliche Unfallversicherung bietet den Betrieben im
Rahmen ihrer Kampagne "kommmitmensch" verschiedene Instrumente an, die diesen
Dialog befördern können. Damit lassen sich Ursachen für überlange und ungesunde
Arbeitszeiten finden und Gegenmaßnahmen entwickeln, die zum jeweiligen Betrieb
passen - denn nur dann haben solche Maßnahmen auch Aussicht auf Erfolg. Die
große Herausforderung besteht darin, Sicherheit und Gesundheit in der Führung
zu leben, ohne dabei die Flexibilität zu opfern, die zahllosen Menschen in
diesem Land erlaubt, Familie und Beruf besser zu vereinbaren."

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AplusA-online.de - Quelle: Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)