23.04.2019

Ende der Übergangsfrist: PSA-Verordnung der EU muss umgesetzt werden

Seit dem 21. April 2019 muss die neue PSA-Verordnung* der Europäischen
Union angewendet werden. Sämtliche Neuerungen der Verordnung müssen jetzt
umgesetzt werden. Die Verordnung richtet sich in erster Linie an die Hersteller,
Importeure und Händler von Persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) sowie
notifizierte Prüf- und Zertifizierungsstellen. Sie ersetzt die PSA-Richtlinie
89/686/EWG.

Dazu Professor Frank Werner, Leiter des Fachbereichs Persönliche Schutzausrüstungen
der DGUV: "Die PSA-Verordnung definiert neue Anforderungen für das Inverkehr-
bringen von PSA und führt so zu einheitlichen Festlegungen für den PSA-Markt.
Die neuen Anforderungen ändern jedoch nicht das Sicherheitsniveau von PSA:
Persönliche Schutzausrüstung, die nach PSA-Richtlinie in Verkehr gebracht wurden,
gelten weiterhin als sicher und müssen nicht ausgetauscht werden."

Die wichtigsten Neuerungen aus Sicht des Arbeitsschutzes im Überblick:

- Die Einstufung von einigen Produkten als PSA ändert sich. Es gibt drei
Kategorien, denen unterschiedliche Prüfanforderungen zugeordnet sind. Produkte
wie zum Beispiel Gehörschutz, Rettungswesten oder PSA zum Schutz gegen Ketten-
sägenschnitte fallen jetzt unter die Kategorie III. Damit unterliegen sie
einer Produktionskontrolle durch eine notifizierte Stelle.
- Für Schutzausrüstung der Kategorie III gilt in Deutschland die Pflicht zu einer
praktischen Unterweisung der Beschäftigten. Hier sind die Unternehmen jetzt
gefragt, ihre Unterweisungen entsprechend anzupassen.
- Hersteller müssen künftig die so genannte Konformitätserklärung jedem einzelnen
Produkt beifügen oder über das Internet zur Verfügung stellen. Die Erklärung
bestätigt, dass das Produkt den Anforderungen der Verordnung entspricht.
Bislang reichte es aus, die Konformitätserklärung "auf Verlangen" vorlegen zu
können.
- Der Geltungsbereich der Verordnung ist umfassender als zuvor. Sie nimmt künftig
alle Wirtschaftsakteure in die Pflicht - auch Händler und Importeure.
- Bislang galten EG-Baumusterprüfungen unbegrenzt. Gemäß der neuen Verordnung
werden EU-Baumusterprüfbescheinigungen nur noch für längstens fünf Jahre
ausgestellt.

* offizielle Bezeichnung: "Verordnung (EU) 2016/425 des Europäischen Parlaments
und des Rates vom 9. März 2016 über persönliche Schutzausrüstungen und zur
Aufhebung der Richtlinie 89/686/EWG".

Weitere Informationen


AplusA-online.de - Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) e.V