22.08.2019

E Tretroller im Betrieb

Sie sind klein, schnell und im Moment total angesagt: elektrisch
betriebene Tretroller, auch E Scooter genannt. Aber der Fahrspaß ist nicht ungefährlich.
Deshalb sollten auch im innerbetrieblichen Verkehr einige Grundregeln beachtet
werden, empfehlen die Fachleute der BGHW.

E Scooter sind sogenannte Elektrokleinstfahrzeuge. Seit dem 15. Juni sind die
emissionsfreien Flitzer offiziell auf deutschen Straßen zugelassen. Sie sollen
den Straßenverkehr entlasten und für bessere Luft in den Großstädten sorgen.
Aber der Tretroller-Trend hat auch seine Schattenseiten: Unfallberichte über
schwer verletzte E-Scooterfahrer in Berlin und anderen Städten zeigen, wie
gefährlich der schnelle Fahrspaß ist.

Flott unterwegs

Aber nicht nur im Straßenverkehr - zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit -,
sondern auch im innerbetrieblichen Verkehr ist Vorsicht geboten. Um flott auf
dem Betriebsgelände unterwegs zu sein, sind die E Tretroller zwar eine
Alternative zum Betriebsfahrrad. "Allerdings sollten die damit verbundenen
Gefährdungen nicht unterschätzt werden", meint Ulrich Süßner, Referatsleiter
Verkehrssicherheit und Transport bei der BGHW.

Welche Gefährdungen das sind, zeigt eine BGHW-Auswertung der häufigsten
Ursachen für Unfälle auf innerbetrieblichen Verkehrswegen:
• bauliche Mängel
• Hindernisse und eingeengte Verkehrswege
• feuchte oder verschmutzte Verkehrswege

Saubere Verkehrswege

Beim Einsatz von E Scootern auf dem Betriebsgelände sollte deshalb penibel auf
das Beseitigen dieser Mängel geachtet werden. "Durch die kleinen Räder reagieren
Tretroller sehr sensibel auf jede kleine Störung", erläutert Süßner. Ein Loch im
Boden, eine Unebenheit, ein Stückchen Holz auf der Fahrbahn oder eine kleine
Pfütze können den Tretroller-Fahrer schon zu Fall bringen.

Achtung Gabelstapler

Gefährdungen ergeben sich außerdem überall dort, wo Fußgänger und Fahrzeuge wie
Gabelstapler, Lkw oder E Scooter aufeinandertreffen. Dort gelten die Vorschriften
zur Regelung des innerbetrieblichen Verkehrs, wie sie die Arbeitsstättenverordnung
vorgibt. So dürfen E Scooter, wie Betriebsfahrräder auch, nicht auf Fußgängerwegen
fahren, sondern brauchen eigens gekennzeichnete Verkehrswege. Diese müssen deutlich
getrennt vom Lkw-Verkehr verlaufen. Besondere Vorsicht sollte zudem überall da
walten, wo Gabelstapler in der Nähe sind. Unterschätzt der Staplerfahrer zum
Beispiel die Geschwindigkeit des nahenden Tretrollers, kann das zu gefährlichen
Situationen führen.

Nicht ohne Helm

Auf jeden Fall rät BGHW-Fachmann Süßner aber zur Helmpflicht für Beschäftigte,
die mit dem E-Tretroller auf dem Betriebsgelände unterwegs sind. Zur eigenen
Sicherheit sollten auch geeignete Schuhe und bei Dunkelheit reflektierende
Kleidung getragen werden. Außerdem müssen E-Scooter regelmäßig geprüft werden.

Diese Maßnahmen können in die Gefährdungsbeurteilung miteinfließen und in einer
Betriebsanweisung festgehalten werden. Unterweisungen der Beschäftigten im
sicheren Verhalten und Fahren auf Verkehrswegen runden das innerbetriebliche
Sicherheitspaket ab.

Weitere Informationen


AplusA-online.de - Quelle: Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik /BGHW)