23.10.2019

Beschäftigte vor indirekter Bestrahlung beim Schweißen schützen

Schweißarbeitsplätze sind im Vergleich zu vielen anderen Arbeitsbereichen viel stärker
künstlicher UV-Strahlung ausgesetzt. Schweißer tragen bei ihrer Arbeit Schutzbrillen oder -visiere und
geeignete Schutzkleidung, um sich vor der direkten Bestrahlung durch künstliche UV-Strahlung zu schützen.

Ein neuer Bericht der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zeigt nun, dass auch
indirekte Bestrahlungen beim Lichtbogenschweißen die Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer gefährden
können. Der Forschungsbericht "Reflexion und Transmission von künstlicher optischer Strahlung an Schweiß-
arbeitsplätzen" verfolgt dabei unter anderem das Ziel, reflexionsarme Materialien und Wandanstriche zu
identifizieren. Reflexionsmessungen mit Hilfe eines neu entwickelten Feldgonioreflektometers an diversen
Oberflächen am Schweißarbeitsplatz identifizierten Styropor, zwei exemplarisch ausgewählte Fliesen, Beton
sowie glänzende Metalle als besonders starke UV-Reflektoren. Bauholz sowie Holzwerkstoffe reflektierten
hingegen nur geringfügig UV-Strahlung. Insbesondere die hohe mittlere UV-Reflektivität eines elektrooptischen
Schweißerschutzfilters von 22 Prozent ist bei einer Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen.

In ihrem Forschungsbericht entwickelten die Forscher darüber hinaus einen angepassten UV-Schutzfaktor für
Schweißarbeitsplätze. Dieser basiert auf spektralen Transmissionsmessungen einer repräsentativen Auswahl
von 19 Schweißerschutzbekleidungen sowie spektralradiometrischen Ergebnissen eines weiteren Forschungs-
projektes. Zudem fanden die Forscher eine Unabhängigkeit dieses UV-Schutzfaktors von der Lichtbogenleistung.
Hierauf basierend ließen sich insgesamt sieben UV-Standardemissionsspektren für Bau- und Edelstahl sowie
für Aluminium bei verschiedenen Schweißarbeitsplätzen ableiten.

Ein Großteil der untersuchten Schweißerschutzbekleidungen, insbesondere die mit mittleren und hohen Flächen-
dichten, boten dabei ausreichenden Schutz vor künstlicher UV-Strahlung. Ein Vergleich mit ihren solaren
UV-Schutzfaktoren (UPF), die bei den betrachteten Stoffproben als Worst-Case-Abschätzung dienen können,
zeigte die Notwendigkeit einer Evaluierung des UV-Schutzfaktors für Schweißarbeitsplätze sowie weitergehender
Forschung auf.

"Reflexion und Transmission von künstlicher optischer Strahlung an Schweißarbeitsplätzen";
Stefan Bauer, Günter Ott; Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2019; 1. Auflage;
110 Seiten; DOI: 10.21934/baua:bericht20190807.

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)


AplusA-online.de - Quelle: Den Bericht im PDF-Format zum Herunterladen