14.08.2019

Auch im digitalen Zeitalter: Beschäftigte persönlich unterweisen

Um gefährlichen Fehlern im Berufsalltag vorzubeugen, müssen Unternehmen
ihren Beschäftigten regelmäßig vermitteln, worauf es für das sichere und gesunde
Arbeiten im jeweiligen Job ankommt. Dabei können digitale Lernprogramme und
andere elektronische Medien helfen. Trotzdem bleibt der persönliche Austausch
bei der gesetzlich vorgeschriebenen Unterweisung auch im digitalen Zeitalter
grundsätzlich unverzichtbar, informiert die Berufsgenossenschaft für Gesundheits-
dienst und Wohlfahrtspflege (BGW).

Medien allein reichen nicht

Digitale Medienangebote haben auch bei Arbeitsschutzthemen Hochkonjunktur. "Sie
können dort einiges zur Wissensvermittlung und -prüfung beitragen und darüber
hinaus motivierend wirken", erklärt Bernd Fischer, Präventionsexperte der BGW.

"Auch bei der Unterweisung lassen sich digitale Elemente mit einsetzen", so Fischer.
Aber in der Regel behandeln Videos, Lernprogramme und andere elektronische Medien
die jeweiligen Themen unabhängig von der individuellen Situation im einzelnen
Betrieb. "Deshalb reichen sie als alleinige Mittel für die Unterweisung nicht
aus", erläutert der Experte.

Persönlicher Austausch unverzichtbar

Nach dem Arbeitsschutzgesetz muss die Unterweisung eigens auf den konkreten
Arbeitsplatz oder Aufgabenbereich zugeschnittene Anweisungen und Erläuterungen
umfassen. Das können digitale Angebote kaum leisten.

Die Unterweisung lebt vom persönlichen Austausch, wie Fischer betont: "Dort
kann man Dinge vor Ort zeigen und gegebenenfalls gemeinsam ausprobieren, auf
Besonderheiten hinweisen und Fragen der Beschäftigten klären." Für manche
Themen ist die Pflicht zur mündlichen Unterweisung sogar in Verordnungen
festgeschrieben. Das betrifft beispielsweise den Umgang mit biologischen
Arbeitsstoffen und mit Gefahrstoffen.

Nach der Unterweisung muss der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin darauf
achten, dass die Anweisungen tatsächlich verstanden wurden und umgesetzt
werden. Auch das lässt sich nicht online erledigen.

Mehr erfahren

Das Themenspektrum für Unterweisungen ist so breit wie das Spektrum der verschiedenen
Aufgaben in der Arbeitswelt. Eine erste Unterweisung muss grundsätzlich immer
dann stattfinden, wenn etwas neu ist: Das kann beispielsweise eine Tätigkeit,
ein eingesetztes Gerät oder ein Arbeitsablauf sein. Zu den weiteren Anlässen
gehören Unfälle oder Beinaheunfälle. Außerdem müssen Unterweisungen regelmäßig
wiederholt werden. Nach der DGUV Vorschrift 1 sind die Beschäftigten mindestens
einmal jährlich zu unterweisen, Jugendliche nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz
sogar mindestens halbjährlich. Dabei können verschiedene Methoden kombiniert
und zum Teil abgewechselt werden. Ebenfalls wichtig: Die Unterweisungen müssen
im Betrieb dokumentiert werden.

DGUV Vorschrift 1


AplusA-online.de - Quelle: Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)