09.05.2019

Arbeitsschutz für Härtereibetriebe - Neue DGUV-Branchenregel "Wärmebehandlung von Metallen

Die neue DGUV-Branchenregel "Wärmebehandlung von Metallen" bündelt wichtige
Informationen für sicheres und gesundes Arbeiten an verfahrenstechnischen
Anlagen.

Kommt es in Härtereien zu Anlagenstörungen, ist die Gefahr mit dem Stopp der
Maschine noch nicht gebannt. Denn die chemisch-physikalischen Vorgänge bei der
Wärmebehandlung und die damit verbundenen Gefährdungen werden durch den
mechanischen Halt der Anlage nicht unwirksam. Wie Beschäftigte unter diesen
Bedingungen sicher arbeiten und gesund bleiben, zeigt die neue DGUV Regel
109-605 "Branche Wärmebehandlung von Metallen" der gesetzlichen
Unfallversicherung. Verantwortliche finden darin die Arbeitsschutzmaßnahmen für
Härtereibetriebe erstmals übersichtlich gebündelt in einem Dokument.

Verfahrenstechnisches Wissen erforderlich
Der sichere Umgang mit verfahrenstechnischen Anlagen zur Wärmebehandlung
erfordert komplexes Wissen und Routine. Aufgrund moderner, hochautomatisierter
Steuerungen werden immer weniger Eingriffe manuell durchgeführt. "Was ist
kritisch, was ist verantwortbar? Dies muss durch das Personal vor Ort
eingeschätzt werden", verdeutlicht Wolfram Schmid, stellvertretender Leiter des
Fachbereichs Holz und Metall der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung
(DGUV). "Mit der neuen Branchenregel steht den Beschäftigten in Härtereien
erstmals ein umfassendes Arbeitsschutzkompendium zur Verfügung." Die
Publikation bündelt rechtliche Vorgaben, potenzielle Gefährdungen und mögliche
Präventionsmaßnahmen speziell bei der Wärmebehandlung von Metallen.

Richtiger Umgang mit besonderen Atmosphären und Salzbädern
Insbesondere kleine und mittelständische Härtereien profitieren von der
Branchenregel. Inhaltliche Schwerpunkte sind der Betrieb von Industrieöfen mit
Luft- oder Prozessgasatmosphäre sowie der Einsatz von Salzbädern.
Verantwortliche erfahren unter anderem, wie sie die Anlagen sicher betreiben
und das Personal entsprechend qualifizieren und einweisen. "Signifikant für die
Betriebe ist der große Durchsatz an Werkstücken und die Verwendung
unterschiedlicher Medien", hebt Wolfram Schmid hervor. "Deshalb thematisiert
die Branchenregel auch den sachgemäßen Transport und die Lagerung von Material
und Medien."

Praxiserprobte Handlungsanweisungen für Härtereibetriebe
Für einen hohen Praxisbezug der Branchenregel haben die DGUV-Experten intensiv
mit Verantwortlichen aus Härtereibetrieben zusammengearbeitet. "Das Dokument
zeigt branchentypische Gefährdungen auf und schlägt Präventionsmaßnamen vor,
die gut umsetzbar sind. Das erleichtert den Arbeitsschutz in Härtereien", so
Schmid.

Umsetzung arbeitsschutzrechtlicher Vorgaben leichtgemacht
Die Branchenregeln der gesetzlichen Unfallversicherung setzen kein eigenes
Recht, sondern fassen das vorhandene komplexe Arbeitsschutzrecht für die
Unternehmen einer bestimmten Branche verständlich zusammen. Sie dienen
Verantwortlichen als praxisbezogenes Präventionswerkzeug: Symbole vereinfachen
das Auffinden von Informationen, konkrete Beispiele und Bilder veranschaulichen
die Handlungsanweisungen. Checklisten, Prüfprotokolle und Hinweise auf
weiterführende Dokumente erleichtern die korrekte Umsetzung der
arbeitsschutzrechtlichen Vorgaben.

DGUV Regel 109-605 "Branche Wärmebehandlung von Metallen" in der DGUV Publikationsdatenbank kostenfrei herunterladen


AplusA-online.de - Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV