29.05.2019

Anti-Allergie-Präparate beeinflussen die Fahrtüchtigkeit

Nicht nur alle Verkehrsteilnehmer, auch viele Berufstätige sind
betroffen, z.B. alle die den Arbeitsweg mit den Fahrzeug zurückegen oder Berufs-
kraftfahrer.

Mit Beginn des Frühlings leiden viele Menschen unter einer Pollenallergie und
müssen gegen die Symptome wie juckende Augen oder eine laufende Nase Medikamente
einnehmen. Anti-Allergie-Präparate können jedoch müde machen und somit einen
Sekundenschlaf hinter dem Steuer begünstigen.

22 Prozent der Deutschen klagen über Heuschnupfen
Etwa 22 Prozent der Deutschen leiden unter Heuschnupfen. Knapp die Hälfte nutzt
dann rezeptfreie (48 Prozent) und etwa jeder Vierte (25 Prozent) verschreibungs-
pflichtige Medikamente (YouGov 2017). "Solche Anti-Allergie-Präparate, aber auch
Antiepileptika, Psychopharmaka und einige Schmerzmittel können die kognitive
Leistungsfähigkeit einschränken, latente Müdigkeit hervorrufen und so auch die
Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen", erklärt Dr. Hans-Günter Weeß, Vorstandsmitglied
der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM).

Mehr Informationen zum Thema Müdigkeit

Müdigkeit erhöht das Risiko für einen Unfall im Straßenverkehr

Müdigkeit am Steuer ist insofern speziell im Frühling für Menschen mit einer
Pollenallergie besonders gefährlich. Wer bei Tempo 100 für nur drei Sekunden
hinter dem Lenkrad einnickt, verpasst über 80 Meter der zurückgelegten Strecke
und vielleicht sogar den Rest des eigenen Lebens. In dieser kurzen Zeit können
Betroffene nicht nur einen Verkehrsunfall verursachen, sondern auch andere
Menschen gefährden. Rund jeder vierte (26 Prozent) Autofahrende ist mindestens
schon einmal hinter dem Steuer eingeschlafen und hatte somit mindestens für
kurze Zeit keine Kontrolle mehr über sein Auto (Deutscher Verkehrssicherheitsrat
DVR) 2016).

Verantwortung im Umgang mit Medikamenten schützt vor Sekundenschlaf

Wer rezeptfreie oder verschreibungspflichtige Medikamente einnimmt, sollte
daher mögliche Einflüsse auf die eigene Fahrtüchtigkeit genauso wie eventuelle
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln bei einem Arzt, einer Ärztin oder in
einer Apotheke abklären. Dies ist speziell vor der ersten Anwendung, bei einer
Dosissteigerung, bei einer Umstellung oder beim Absetzen von Medikamenten
wichtig. Wer beim Autofahren dennoch Müdigkeitsanzeichen wie häufiges Gähnen
oder schwere Augenlider bemerkt, sollte dringend eine Pause einlegen. Diese
empfiehlt sich mit etwas Bewegung zur Kreislaufaktivierung oder mit einem
Kurzschlaf von zehn bis 20 Minuten zu kombinieren. "Dazu am besten einen Wecker
stellen, die Rückenlehne zurückstellen, die Augen schließen und langsam zur
Ruhe kommen", rät Anna-Sophie Börries, Projektleiterin der Kampagne "Vorsicht
Sekundenschlaf!" beim DVR.

Mehr Informationen zum Thema Müdigkeit am Steuer


AplusA-online.de - Quelle: Deutscher Verkehrssicherheitsrat - DVR