25.10.2019

L. Priebs GmbH & Co. KG

Auf dem Weg zur nachhaltigen Schuhproduktion

Mensch und Umwelt stehen bei Priebs im Mittelpunkt

Seit mehr als zehn Jahren treibt der Klimaschutz die L. Priebs GmbH & Co. KG um. Der Hersteller von Sicherheitsschuhen der Marke Lupriflex arbeitet seit 2008 an seinem Firmenstandort in Haltern am See klimaneutral und war damit Pionier in der Arbeitsschutzbranche. Aktuell investiert er in das Waldschutzprojekt Santa Maria in Brasilien: 71.000 Hektar des Amazonas-Regenwaldes schützt dieses Projekt vor Brandrodung oder Abholzung. Beispiele für die Nutzung natürlicher Ressourcen sind die firmeneigene Fotovoltaik-Anlage oder der Bezug von Ökostrom aus regenerativen Energiequellen.

Aber dieses Engagement für die Umwelt ging dem Familienunternehmen nicht weit genug. Die eigenen Produkte und die damit verbundenen Lieferketten rückten in den Fokus.

„Wir haben uns gefragt: Wie kann es funktionieren, nachhaltig Schuhe zu produzieren? Dazu muss zunächst ein System aufgebaut werden, dass die gesamte Lieferkette umfasst. Es geht uns nicht nur darum, unsere Sicherheitsschuhe mit gutem Gewissen verkaufen zu können. Alle Parteien – der Vorlieferant, der Produzent mit seinen Mitarbeitern und der Verbraucher – sollen Produkte zu einem fairen Preis liefern beziehungsweise bekommen, die unter fairen Bedingungen produziert werden“, meint Kilian Hornig, Nachhaltigkeitsmanager bei Priebs.

Der erste Schritt in Richtung nachhaltige Schuhproduktion: Hornig absolvierte 2018 eine  Fortbildung zum Nachhaltigkeitsmanager für Schuh-, Lederwaren und Textilien beim ISC Germany, International Shoe Competence Center Pirmasens gGmbH.  
 
Nachhaltigkeit umfasst aus Sicht des Unternehmens die drei Bereiche Schadstoffe, Umweltschutz und Sozialverträglichkeit.

Überwachung von Schadstoffen
Das Unternehmen trat 2011 cads (Kooperation für abgesicherte definierte Standards bei den Schuh- und Lederwarenprodukten e.V.) bei. Diese Gemeinschaft mit über 80 Mitgliedern, darunter namhafte deutsche Schuhhersteller, arbeitet an einer nachhaltigen Entwicklung von Schuhen. Das zentrale Ziel ist es, Schadstoffe zu reduzieren oder sogar zu vermeiden. Die Arbeitsgrundlage bildet das „cads-Verzeichnis der eingeschränkt nutzbaren Substanzen in Schuhen“. Es stellt noch höhere Anforderungen als die EU-Chemikalienverordnung REACH. Speziell mit dem Thema Reycling befasst sich eine cads-Arbeitsgruppe, zu der Markus Nelke, Geschäftsführer von Priebs, gehört.

Darüberhinaus hat Priebs ein eigenes System zur Überwachung von Schadstoffen ins Leben gerufen. Es soll sicherstellen, dass die für das Unternehmen produzierten Sicherheitsschuhe im Hinblick auf Schadstoffe unbedenklich sind. Die für die jeweiligen Substanzen zulässigen Werte sollen eingehalten oder unterschritten werden beziehungsweise gar nicht vorkommen. Regelmäßig werden die für Lupriflex Sicherheitsschuhe eingesetzten Materialien auf verbotene oder schädliche Substanzen durch ein unabhängiges Prüfinstitut untersucht. Schadstoffprüfungen durch den Produzenten vor Ort finden vorher statt. Lieferanten und Vorlieferanten werden nach strengen Kriterien ausgewählt.

Umweltschutz im Blick
Bei der Produktion in Europa werden europäische Umweltstandards eingehalten. Auch die Produktionsstätten in Asien sollen entsprechende Standards befolgen. Daher arbeitet Priebs mit Fabriken zusammen, die nach der internationalen Umweltmanagement-Norm ISO 14001 zertifiziert sind.

Ein weiterer Ansatzpunkt sind die Materialien, die bei der Schuhproduktion anfallen. Leder ist ein wesentlicher Bestandteil von Schuhen. Bei der Lederproduktion besteht ein erhöhtes Risiko der Umweltverschmutzung. Eine große Menge an Rohstoffen, Energie und Chemikalien ist erforderlich. Um sicherzugehen, Leder aus umweltgerechter Produktion einzusetzen,  will das Unternehmen Priebs Leder in erster Linie aus zertifizierten Gerbereien beziehen. Die Prüfung übernimmt die in England ansässige Organisation Leather Working Group (LWG). Sie verfolgt das Ziel, die Umweltverantwortung in der Lederindustrie über den Weg von Leitlinien und Best Practices zu verbessern.

Recycelte Materialien sollen bei Priebs soweit möglich bei der Entwicklung neuer Lupriflex Modelle oder zur Verbesserung bestehender Artikel zunehmend eine Rolle spielen.

Faire Arbeitsbedingungen
Nicht nur die Umwelt sondern auch der Mensch zählt für den Familienbetrieb. Ein ausreichender Arbeits- und Gesundheitsschutz oder eine faire Bezahlung sind weltweit bekanntermaßen nicht selbstverständlich. Wie kann man sicherstellen, dass die Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten fair sind?

Die Lieferketten für Schuhe sind auf dem weltweiten Markt sehr komplex. Priebs will seine Produktion stärker als bisher durchleuchten und Verbesserungen in seinen Lieferketten vom Rohstoff zum Endprodukt vorantreiben. Die Fertigungsstätte in Asien ist bereits erfolgreich nach den amfori-BSCI Standards auditiert (Unternehmensinitiative BSCI - Business Social Compliance Initiative). Sie werden damit im Hinblick auf faire Arbeitsbedingungen - so wie sie das Unternehmen Priebs versteht - überwacht. amfori ist ein Verband und Schirmherr dieser Initiative. Er hilft Unternehmen, Arbeitsbedingungen und soziale Leistungen in ihren globalen Lieferketten zu verbessern. Ziel ist ein offener und nachhaltiger Handel. Das Überwachungssystem wird für Unternehmen und Verbraucher nachvollziehbar gemacht.

Seit Juli 2019 ist Priebs Mitglied bei amfori BSCI. Durch diese Mitgliedschaft will es schrittweise den nachhaltigen Handel überwachen und sich engagieren.

Gleichzeitig unterstützt der Hersteller von Lupriflex Sicherheitsschuhen den amfori-BSCI Verhaltenskodex, der die folgenden Grundsätze enthält: Recht auf Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen, faire Vergütung, Arbeits- und Gesundheitsschutz, besonderer Schutz für minderjährige Arbeitnehmer, keine Zwangsarbeit, ethisches Geschäftsverhalten, keine Diskriminierung, menschenwürdige Arbeitszeiten, keine Kinderarbeit, keine prekären Arbeitsverhältnisse und Umweltschutz.

In der Praxis sieht die Umsetzung des Kodex so aus: Die Rechte der Arbeitnehmer werden gemäß den gesetzlichen Bestimmungen und dem Kodex geschützt. Die Arbeitnehmer werden über ihre Rechte und Pflichten informiert. Die Prinzipien werden angewandt, um auf andere Geschäftsbereiche einzuwirken. Ein System zum Sammeln von Beschwerden und Vorschlägen der Mitarbeiter wird angeboten.

 „In unserem Familienunternehmen spielte das Thema Nachhaltigkeit immer eine große Rolle. Schon seit 2008 arbeitet unser Betrieb klimaneutral. Wir fühlen uns verpflichtet, schonend und verantwortungsvoll mit den natürlichen Ressourcen umzugehen und haben dabei natürlich auch den Menschen im Blick. Es ist eine Aufgabe für eine lebenswerte Zukunft, die sich lohnt. Wir sind überzeugt, dass wir mit unseren Bemühungen in puncto Schadstoffe, Umweltschutz und Sozialverträglichkeit auf dem richtigen Weg sind “, fasst Markus Nelke, Geschäftsführer der L. Priebs GmbH & Co. KG, zusammen.

Ausstellerdatenblatt