02/01/2019

Neue Strahlenschutz-Kennnummer soll Beschäftigte besser schützen

Ab dem 31.12.2018 können neue Registriernummern für den
beruflichen Strahlenschutz beantragt werden

Beschäftigte, die in ihrem Beruf erhöhter Strahlung ausgesetzt sind, werden in
Zukunft noch besser geschützt. Künftig erhalten alle betroffenen Beschäftigten
eine Strahlenschutzregisternummer (SSR-Nummer), die auch bei Arbeitsplatz- oder
Namenswechsel unverändert bleibt. Betroffen sind unter anderem Beschäf¬tigte in
der Medizin, Kerntechnik, Industrie, Forschung, Luftfahrt sowie an
Arbeitsplätzen mit erhöhter Radonbelastung.

Mithilfe der neuen Strahlenschutzregisternummer sollen Informationen
verlässlicher erfasst und die eindeutige Zuordnung der Strahlenbelastung, der
sogenannten Strahlendosis, zur entsprechenden Person deutlich verbessert
werden. Arbeitgeber haben ab dem 31.12.2018 drei Monate Zeit, die Kennzeichen
für ihre aktuell in der Strahlenschutzüberwachung befindlichen Mitarbeiter zu
beantragen.

Verantwortlich für die Vergabe ist das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), das
das berufliche Strahlenschutzregister betreibt. Die Präsidentin des BfS, Inge
Paulini, betonte: "Der berufliche Strahlenschutz hat einen hohen Stellenwert,
da die Beschäftigten sich einem erhöhten Risiko aussetzen. Die neue Regelung
durch den Gesetzgeber begrüßen wir ausdrücklich, da es den Schutz der
betroffenen Berufsgruppen weiter erhöht."

Die eindeutige Zuordnung von Informationen über die jeweilige Strahlenbelastung
zu den einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern soll helfen, deren Einsatz
besser zu planen. Denn Unternehmen sind verpflichtet, ihre Beschäftigten so
einzusetzen, dass die Strahlendosis, der diese ausgesetzt sind, den Grenzwert
von 20 Millisievert im Kalenderjahr nicht übersteigt. Darüber hinaus ist die
Ermittlung von Dosiswerten über ein gesamtes Berufsleben hinweg beispielsweise
entscheidend für die Anerkennung von Berufskrankheiten.

Das Strahlenschutzregister erfasst Daten zur beruflichen Strahlenbelastung und
trägt damit zur Strahlenschutzüberwachung von Beschäftigten bei, die bei der
Arbeit erhöhter Strahlung ausgesetzt sind oder sein könnten. Es führt
deutschlandweit Messwerte und Meldungen von etwa 100 behördlich bestimmten
Messstellen, der Aufsichtsbehörden der Länder und der regionalen Registrier-
behörden zusammen. Auskünfte über die erfassten Informationen erteilt das BfS.

Das Register reicht bis in die 1990er Jahre zurück und umfasst derzeit Angaben
zu etwa 1,7 Millionen beruflich exponierten Personen. Aktuell befinden sich ca.
440.000 Personen in der Überwachung. Davon stammt die mit Abstand größte Gruppe
mit knapp 300.000 Personen aus dem medizinischen Bereich. Die Strahlenbelastung
bei dieser Berufsgruppe liegt im Durchschnitt bei 0,3 Millisievert pro Jahr und
Person.

In den meisten Berufsgruppen konnte über die Jahre hinweg auch ein erfreulicher
Rückgang der beruflichen Expositionen beobachtet werden. Eine Ausnahme bilden
Arbeitsplätze mit erhöhter natürlicher Strahlenbelastung, insbesondere durch
Radon. Hier liegt die durchschnittliche Strahlenbelastung pro Jahr und Person
bei 3,5 Millisievert. Aus diesem Grund wird auch mit dem neuen Strahlenschutz-
gesetz ab 2019 die Überwachung der beruflich bedingten Radonexposition deutlich
ausgeweitet.

Die neue Strahlenschutzregisternummer geht auf eine Neuregelung im Strahlenschutz-
gesetz zurück. Die Nummer wird durch eine nicht rückführbare Verschlüsselung
aus der Sozialversicherungsnummer und den Personendaten der zu überwachenden
Beschäftigten abgeleitet.

Weitere Informationen


AplusA-online.de - Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz