01.08.2019

Sicher unterwegs mit dem E-Scooter

Seit dem 15. Juni 2019 sind elektrische Tretroller, so genannte
E-Scooter, für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen. Die elektrisch
betriebenen Fahrzeuge sollen dazu beitragen, Mobilität modern und umweltfreund-
lich zu machen. Aber schon in den ersten beiden Wochen ereigneten sich mehrere
schwere Unfälle. Die gesetzliche Unfallversicherung gibt Tipps, worauf zu achten
ist, damit der Fahrspaß auch sicher bleibt.

Rechtlicher Rahmen

E-Scooter und Segways, die ebenfalls zu den Elektrokleinstfahrzeugen zählen,
dürfen nicht schneller als 20 km/h fahren. Sie sind versicherungspflichtig. Sie
müssen Mindestanforderungen der Verkehrssicherheit erfüllen, das heißt, sie
müssen zum Beispiel mit einem funktionierenden Brems- und Lichtsystem und einer
Warnklingel ausgestattet sein. Personen ab 14 Jahren können die Fahrzeuge
nutzen. Eine Führerscheinpflicht besteht nicht. Fahren dürfen E-Scooter nur auf
Radwegen und Fahrradstraßen. Wenn diese fehlen, muss die Fahrbahn genutzt
werden. Gehwege und Fußgängerzonen sind tabu.

Sicherheitstipps

Auch für Elektrokleinstfahrzeuge gilt die Straßenverkehrsordnung. Abgesehen
davon sollten Fahrerinnen und Fahrer folgende Regeln zu ihrer und der
Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer beachten:

- Fahren Sie möglichst hintereinander.
- Fahren Sie auf den Fahrbahnen möglichst weit rechts.
- Kündigen Sie einen Fahrbahnwechsel oder eine Richtungsänderung rechtzeitig an.
- E-Scooter sind nur für eine Person zugelassen. Personentransport oder -
Anhänger sind nicht gestattet.
- Es besteht keine Helmpflicht, aber das Tragen eines Helms wird empfohlen,
ebenso wie reflektierende Kleidung bei schlechter Sicht und Dunkelheit.
- Vorsicht bei Alkohol am Lenker! Es gelten dieselben Alkoholgrenzwerte wie für
Autofahrerinnen und Autofahrer.

Verkehrssicherheit und Arbeitsschutz

Warum ist die Sicherheit auf dem E-Scooter überhaupt ein Thema für die
gesetzliche Unfallversicherung? Berufsgenossenschaften und Unfallkassen
entschädigen nicht nur bei Arbeits-, sondern auch bei Wegeunfällen. Gerade
Unfälle im Straßenverkehr haben häufig schwere Folgen. Berufsgenossenschaften
und Unfallkassen rücken deshalb aktuell das Thema Verkehrssicherheit in den
Fokus ihrer Präventionskampagne kommmitmensch. Unter dem Slogan "blöde Idee"
weisen sie auf gefährliches Risikoverhalten im Straßenverkehr hin.

Dazu Stefan Hussy, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfall-
versicherung (DGUV): "E-Scooter werden nur dann eine sinnvolle Ergänzung
unserer Mobilität sein, wenn sie möglichst sicher im Straßenverkehr genutzt
werden können. Wir hätten deshalb eine obligatorische Prüfung für die
Fahrerinnen und Fahrer begrüßt. Jeder und jede sollte prüfen, ob sie das Gerät
beherrschen, bevor sie am Straßenverkehr teilnehmen. Zur eigenen Sicherheit
empfehlen wir auch einen Helm. Der Verkehrsraum wird immer enger. Wenn wir alle
sicher ans Ziel kommen wollen, geht das nur mit Umsicht und Rücksicht auf die
anderen Verkehrsteilnehmer."

Natürlich können E-Scooter auch im innerbetrieblichen Verkehr eingesetzt
werden. Dann gilt, dass sie in die Gefährdungsbeurteilung mit einbezogen werden
müssen. Das heißt, der Arbeitgeber muss unter anderem festlegen, ob zum
Beispiel ein Helm getragen werden muss oder nicht.

Weitere Informationen


AplusA-online.de - Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV)