24.07.2019

Zeitbomben im Recyclinghof

DEKRA warnt vor Brandgefahren durch unsachgemäß entsorgte
Lithium-Batterien. Schätzungsweise wöchentlich kommt es aus diesem Grund in
Recycling-Unternehmen zu Bränden, beobachten DEKRA Experten. Einzige Lösung:
strikte Mülltrennung durch die Verbraucher sowie wirksame Kontrollen.

Immer mehr Lithium-Batterien landen offenbar unkontrolliert im Restmüll sowie
im Elektro- und Metallschrott, erkennen DEKRA Experten bei Audits. Schon
einfache mechanische Beschädigungen am Schutzmantel der LI-Batterie durch
Fallenlassen oder Verbiegen können zum Kurzschluss des Akkus führen. Durch
Selbstzündung entstehen Metallbrände mit Temperaturen von 1.000 °C bis 2.000
°C. In Recyclingbetrieben verbrennen in der Folge Müllberge unkontrolliert und
können Giftstoffe verbreiten.


"Akkus werden häufig von den Verbrauchern nicht wie gesetzlich vorgeschrieben
vom übrigen Müll getrennt", sagt Andreas Biermann, Entsorgungsexperte bei DEKRA
Certification. "In vielen Wertstoffhöfen wird zudem der Schrott bei der
Anlieferung nicht sorgfältig kontrolliert." Ein weiteres Problem ist die Bauart
vieler Elektrogeräte mit eingekapselten Batterien, die oft nur vom Fachmann
ausgebaut werden können.

Für den Transport und die Lagerung von Lithium-Ionen-Batterien gelten
umfangreiche Vorschriften und Sicherungsmaßnahmen. Sind aber die LI-Batterien
unerkannt im Müll und kommen so zum Recyclingunternehmen, laufen diese
Regelungen ins Leere. DEKRA Experten fordern deshalb Maßnahmen, die schon zu
Beginn der Entsorgungskette greifen: vor allem verstärkte Aufklärung der
Verbraucher sowie wirksamere Kontrollen bei den Annahmestellen und
Wertstoffhöfen.

AplusA-online.de - Quelle: DEKRA