19.07.2019

So arbeiten Tischler und Schreiner sicher und gesund

Die neue DGUV-Branchenregel "Tischler- und Schreinerhandwerk" bietet
Unternehmen einen kompakten und anschaulichen Überblick über Gefährdungen und
Arbeitsschutzmaßnahmen

Sägen, Hobel oder auch Handschleifer - es gibt viele Werkzeuge, die im
Tischler- und Schreinerhandwerk täglich in Gebrauch sind. Damit geht aber
zugleich eine hohe Unfallgefahr einher. "Viele Unfälle sind auf eine falsche
Handhabung von Werkzeugen oder unsachgemäßes Einrichten von Maschinen
zurückzuführen", sagt Hubert Gentner von der Berufsgenossenschaft Holz und
Metall (BGHM). Der Diplom-Ingenieur ist Spezialist für Holzbe- und
-verarbeitung und einer der Verfasser der neuen "Branchenregel 109-606
Tischler- und Schreinerhandwerk" der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung
(DGUV). Sie fasst rechtliche Bestimmungen und Normen, mögliche Gefährdungen und
die wichtigsten Präventionsmaßnahmen übersichtlich zusammen und gibt praktische
Tipps und Hinweise für einen erfolgreichen Arbeitsschutz im Unternehmen. Die
Branchenregel richtet sich insbesondere an kleine und mittelständische
Betriebe. "Die Unternehmer haben im Tagesgeschäft oft gar nicht die Zeit, sich
umfangreiche Schriften im Detail durchzulesen", weiß der Präventionsexperte
Hubert Gentner. "Die Branchenregel ist ein knappes, praxisnahes Kompendium, um
sie zu entlasten und sie in ihrer Verantwortung als Arbeitgeber im Hinblick auf
die Sicherheit und Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu
unterstützen."

Praxiserprobte Handlungsanweisungen mit zahlreichen Fotos
Für einen hohen Praxisbezug der Branchenregel "Tischler- und Schreinerhandwerk"
haben Fachleute der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) intensiv mit
erfahrenen Praktikern und Handwerksmeistern zusammengearbeitet. So werden in
der Branchenregel die gängigen stationären Maschinen dargestellt, die
rechtlichen Grundlagen genannt und die wesentlichen Gefährdungen sowie die
Maßnahmen für sicheres Arbeiten an der jeweiligen Maschine erläutert. Dazu gibt
es stets ein Beispiel für beste Praxis und Hinweise auf weiterführende
Informationen. Da die Arbeit auf Bau- und Montagestellen, wo hauptsächlich
Handmaschinen verwendet werden, für das Tischler- und Schreinerhandwerk immer
wichtiger wird, geht die Branchenregel ausführlich auf diese Arbeitsgeräte ein.
"Das Besondere an dieser Branchenregel sind die zahlreichen und
aussagekräftigen Fotos, die den Inhalt konkret und anschaulich machen", hebt
Gentner hervor. Die Broschüre eigne sich zudem für die Beschäftigten, um rasch
darin nachzuschlagen, wie sie die Arbeitsmittel korrekt und sicher benutzen.
Die Fotos erleichtern das Verständnis, so dass das Kompendium auch für
Arbeitskräfte ohne fließende Deutschkenntnisse von Nutzen ist.

Das Wichtigste zum Arbeitsschutz auf einen Blick
Neben den Grundlagen für den Arbeits- und Gesundheitsschutz vermittelt die
Branchenregel wichtiges Wissen über Holzstaub, Brand- und Explosionsschutz und
gängige Gefahrstoffe, wie etwa Lacke und Lasuren. Ein weiteres Kapitel befasst
sich mit der Arbeit auf Baustellen, also Organisationsmaßnahmen, Arbeitsplätze
und Verkehrswege, Gerüste und fahrbaren Bühnen und der Ladungssicherung.
"Tischler und Schreiner arbeiten immer häufiger auf Bau- und Montagestellen,
dort besteht ein gewisses Gefahrenpotenzial", erläutert Gentner.
Die DGUV-Regel 109-606 für die Branche Tischler- und Schreinerhandwerk gibt es
in der DGUV-Publikationsdatenbank kostenfrei zum Herunterladen.Sie kann dort ab
Mitte Juni auch als gedrucktes Exemplar kostenpflichtig bestellt oder aber von
Mitgliedsbetrieben kostenfrei über die BGHM oder die zuständige Unfallkasse
bezogen werden.

Umsetzung arbeitsschutzrechtlicher Vorgaben leichtgemacht
Die Branchenregeln der DGUV setzen kein eigenes Recht, sondern fassen das
bestehende komplexe Arbeitsschutzrecht für die Unternehmen einer bestimmten
Branche verständlich zusammen. Sie dienen Verantwortlichen als praxisbezogenes
Präventionswerkzeug: Symbole vereinfachen das Auffinden von Informationen,
konkrete Beispiele und Bilder veranschaulichen die Handlungsanweisungen.
Checklisten, Prüfprotokolle und Hinweise auf weiterführende Dokumente
erleichtern die korrekte Umsetzung der arbeitsschutzrechtlichen Vorgaben.

Zur DGUV-Regel 109-606 für die Branche Tischler- und Schreinerhandwerk


AplusA-online.de - Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) e.V