14.07.2019

Arbeitgeber müssen Yogakurs als Bildungsurlaub akzeptieren

Unter bestimmten Voraussetzungen rechtfertigt ein Yogakurs bei
der Volkshochschule nach dem Berliner Bildungsurlaubsgesetz die Gewährung von
Bildungsurlaub. Der Arbeitgeber hat dem Arbeitnehmer für diesen Zeitraum
bezahlten Sonderurlaub zu gewähren. Das geht aus einem Urteil des LAG
Berlin-Brandenburg vom 11.4.2019 (10 Sa 2076/18) hervor.

Ein Mitarbeiter stellte einen Antrag auf Bildungsurlaub bei seinem Arbeitgeber.
Er wollte an dem fünftägigen Volkshochschulkurs "Yoga I - erfolgreich und
entspannt im Beruf mit Yoga und Meditation" teilnehmen und hierfür
Bildungsurlaub in Anspruch nehmen. Das lehnte sein Arbeitgeber ab. Hiergegen
klagte der Mitarbeiter. Das LAG Berlin-Brandenburg prüfte die Voraussetzungen
und bejahte einen Anspruch.

Nach § 1 Berliner Bildungsurlaubsgesetz genügt es für einen
Freistellungsanspruch, dass eine Veranstaltung der politischen oder der
beruflichen Weiterbildung dient. Nach der Gesetzesbegründung ist der Begriff
der beruflichen Weiterbildung weit zu verstehen. So sollen u. a.
Anpassungsfähigkeit und Selbstbehauptung von Arbeitnehmern in Zeiten des
fortwährenden und sich beschleunigenden technischen und sozialen Wandels
gefördert werden. Insofern erfüllt auch ein Yogakurs mit geeignetem
didaktischem Konzept diese Voraussetzungen.

AplusA-online.de - Quelle: HUSS-MEDIEN GmbH/Redaktion Arbeit und Arbeitsrecht