17.01.2019

iga.Studie: Training hilft Rettungssanitäterinnen und -sanitätern bei der Verarbeitung ihrer Erlebnisse Steigerung der "emotionalen Kompetenz" bereits für Azubis sinnvoll

Notfallsanitäterinnen und -sanitäter sind bei ihrer Arbeit täglich
mit belastenden Erfahrungen wie Tod und Verletzung konfrontiert. Ein spezielles
"Training emotionaler Kompetenzen" (TEK) kann ihnen dabei helfen, die Erlebnisse
zu verarbeiten und ihr psychisches Wohlbefinden zu verbessern. Das zeigt eine
Studie der Initiative Arbeit und Gesundheit (iga). Untersucht wurde insbesondere,
ob das TEK auch für die Ausbildung geeignet ist.

TEK fördert den Umgang mit Emotionen wie Angst, Trauer oder Wut. Dafür werden
Methoden und Konzepte aus unterschiedlichen psychotherapeutischen Richtungen
genutzt. Das Trainingsprogramm wurde bereits erfolgreich bei Polizeikräften,
Lehrkräften und Beschäftigten in der Alterspflege eingesetzt.

Um zu prüfen, ob das TEK auch im Rahmen einer Ausbildung im Rettungsdienst
geeignet ist, nahmen neben 50 erfahrenen Rettungskräften an der iga-Studie 90
Auszubildende zum Notfallsanitäter von der Landesrettungsschule des DRK
Bildungswerks Sachsen teil.

Die Ergebnisse belegen die Wirksamkeit des Trainings emotionaler Kompetenzen.
So berichteten die Auszubildenden der TEK-Gruppe im Vergleich zu einer
Kontrollgruppe, die (noch) nicht am Training teilgenommen hatte, von einer -
statistisch bedeutsamen - Erhöhung der Kompetenzen der Emotionsregulation durch
TEK. Die Gruppenvergleiche zeigten auch, dass in der TEK-Gruppe die emotionale
Erschöpfung und der Zynismus nicht anstiegen, in der Kontrollgruppe hingegen
schon. Das könnte auf einen Schutzmechanismus hinweisen, der durch die im
TEK-Training vermittelten emotionalen Kompetenzen ausgeübt wird.

"Die vorliegende Untersuchung hat bestätigt, dass das TEK auch geeignet ist, um
in der Ausbildung des Rettungsdienstes eingesetzt zu werden. Es unterstützt die
Beschäftigten langfristig in ihrer stark belastenden beruflichen Praxis",
resümieren Prof. Dr. Gabriele Buruck und Dr. Denise Dörfel. Die Studie wurde in
Zusammenarbeit mit der TU Dresden, Professur für Arbeits- und Organisations-
psychologie durchgeführt.

Aufgrund der guten Ergebnisse empfiehlt die iga, das TEK in die Ausbildungscurricula
der Rettungssanitäter aufzunehmen. Über eine Integration in andere personen-
bezogene Dienstleistungsberufe wie in der Erziehung oder Heilerziehungspflege
sei ebenso nachzudenken.

Zur Studie ist im iga.Report 37


AplusA-online.de - Quelle: Initiative Gesundheit und Arbeit (iga)