08.03.2019

iga.Studie: Training hilft Rettungssanitäterinnen und -sanitätern bei der Verarbeitung ihrer Erlebnisse

Steigerung der "emotionalen Kompetenz" bereits für Azubis sinnvoll

Notfallsanitäterinnen und -sanitäter sind bei ihrer Arbeit täglich mit
belastenden Erfahrungen wie Tod und Verletzung konfrontiert. Ein spezielles
"Training emotionaler Kompetenzen" (TEK) kann ihnen dabei helfen, die
Erlebnisse zu verarbeiten und ihr psychisches Wohlbefinden zu verbessern. Das
zeigt eine Studie der Initiative Arbeit und Gesundheit (iga). Untersucht wurde
insbesondere, ob das TEK auch für die Ausbildung geeignet ist.

TEK fördert den Umgang mit Emotionen wie Angst, Trauer oder Wut. Dafür werden
Methoden und Konzepte aus unterschiedlichen psychotherapeutischen Richtungen
genutzt. Das Trainingsprogramm wurde bereits erfolgreich bei Polizeikräften,
Lehrkräften und Beschäftigten in der Alterspflege eingesetzt.

Um zu prüfen, ob das TEK auch im Rahmen einer Ausbildung im Rettungsdienst
geeignet ist, nahmen neben 50 erfahrenen Rettungskräften an der iga-Studie 90
Auszubildende zum Notfallsanitäter von der Landesrettungsschule des DRK
Bildungswerks Sachsen teil.

Die Ergebnisse belegen die Wirksamkeit des Trainings emotionaler Kompetenzen.
So berichteten die Auszubildenden der TEK-Gruppe im Vergleich zu einer Kontroll-
gruppe, die (noch) nicht am Training teilgenommen hatte, von einer - statistisch
bedeutsamen - Erhöhung der Kompetenzen der Emotionsregulation durch TEK. Die
Gruppenvergleiche zeigten auch, dass in der TEK-Gruppe die emotionale Erschöpfung
und der Zynismus nicht anstiegen, in der Kontrollgruppe hingegen schon. Das
könnte auf einen Schutzmechanismus hinweisen, der durch die im TEK-Training
vermittelten emotionalen Kompetenzen ausgeübt wird.

"Die vorliegende Untersuchung hat bestätigt, dass das TEK auch geeignet ist, um
in der Ausbildung des Rettungsdienstes eingesetzt zu werden. Es unterstützt die
Beschäftigten langfristig in ihrer stark belastenden beruflichen Praxis",
resümieren Prof. Dr. Gabriele Buruck und Dr. Denise Dörfel. Die Studie wurde in
Zusammenarbeit mit der TU Dresden, Professur für Arbeits- und Organisations-
psychologie durchgeführt.

Aufgrund der guten Ergebnisse empfiehlt die iga, das TEK in die Ausbildungscurricula
der Rettungssanitäter aufzunehmen. Über eine Integration in andere personenbezogene
Dienstleistungsberufe wie in der Erziehung oder Heilerziehungspflege sei ebenso
nachzudenken.

Der Report ist online abrufbar unter www.iga-info.de


AplusA-online.de - Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung - DGUV