01.02.2019

hkk-Fehlzeitenanalyse: Arbeitnehmer fallen häufiger lange aus

Für etliche hkk-versicherte Arbeitnehmer war 2018 gesundheitlich kein gutes
Jahr. Das ist das Ergebnis einer aktuellen hkk-Datenanalyse unter der Leitung
von Dr. Bernard Braun vom Bremer Institut für Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung
(BIAG). Besonders auffällig ist die Zunahme der Langzeitausfälle. Demnach haben
krankheitsbedingte Fehlzeiten am Arbeitsplatz, die länger als sechs Wochen andauerten,
fast die Hälfte aller Fehltage (47,3 Prozent) verursacht. 2017 waren es noch 45,3
Prozent gewesen. "Kürzere Ausfallzeiten bei der Arbeit sind dagegen zurückgegangen.
Die Zunahme von Langzeitausfällen ist ein ernstzunehmender Hinweis auf wachsende
Belastungen von Arbeitnehmern am Arbeitsplatz", so der Experte für Arbeitsgesundheit.

Pflegepersonal am kränksten

Besonders betroffen von krankheitsbedingten Fehltagen waren Altenpflegerinnen und
-pfleger mit 25,3 Fehltagen. Erwerbstätige mit einer Lehr- und Forschungstätigkeit
an Hochschulen fielen hingegen nur 4,4 Tage bei der Arbeit aus.
Braun: "Die ergonomischen, aber vor allem psychischen Belastungen in Pflegeberufen
sind extrem hoch. Das bringt viele Pflegekräfte an ihre körperlichen und seelischen
Grenzen, was die Ausfallzeiten erhöht. Diese Belastungen müssen daher sehr ernst
genommen werden."

Arbeitnehmer im Durchschnitt 13 Tage krankgeschrieben

Insgesamt dauerte eine Krankschreibung im Jahr 2018 im Schnitt mit 12,9 Tagen fast
einen Tag länger als im Vorjahr. Die Betroffenenquote lag bei 50,7 Prozent.
Das bedeutet: Mehr als die Hälfte aller Beschäftigten war 2018 mindestens einmal
krankgeschrieben. Betrug der Krankenstand 2017 noch 3,8 Prozent, so waren es im
Folgejahr 4,0 Prozent. Damit waren an jedem Tag des Jahres durchschnittlich 40
von 1.000 Erwerbstätigen krankgeschrieben.

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) in Unternehmen

Die Entwicklung zeigt, so Braun, dass Unternehmen verstärkt auf ein Betriebliches
Gesundheitsmanagement setzen sollten, um die Belastungen der Beschäftigten zu
reduzieren und ihre persönlichen Ressourcen zu stärken.

AplusA-online.de - Quelle: hkk Krankenkasse (Handelskrankenkasse)