07.05.2018

Zunahme von Getöteten bei Unfällen mit Nutzfahrzeugen betrifft vor allem Transporter

Die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte vorläufige Unfallstatistik für
2017 weist - bei einem insgesamt verzeichneten Rückgang der Zahl der
Verkehrstoten - für die Monate Januar bis November eine starke Zunahme bei
getöteten Insassen von Güterkraftfahrzeugen aus. Bei genauer Betrachtung der
Zahlen zeigt sich: Die Zunahme betrifft vor allem die Insassen leichter
Nutzfahrzeuge unter 3,5 Tonnen, also von Transportern, so die Experten der
DEKRA Unfallforschung.

Bei den Insassen von Güterkraftfahrzeugen verzeichnet die Statistik für die
ersten elf Monate des Jahres 2017 insgesamt 149 Getötete, das ist ein Plus von
30 Getöteten oder 24,2 % verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. "Wenn man die
Kategorie Güterkraftfahrzeuge aufschlüsselt, sieht man: Bei Insassen von Lkw
über 3,5 Tonnen ist die Zahl der Getöteten um 4 gesunken, bei Insassen von
Sattelzugmaschinen um 3 gestiegen. Gleichzeitig weist die Statistik für die
Insassen von leichten Nutzfahrzeugen einen Zuwachs um 31 Getötete aus", so
DEKRA Unfallforscher Walter Niewöhner. "Das bedeutet: Die Zunahme bei getöteten
Insassen von Güterkraftfahrzeugen spielt sich praktisch ausschließlich im
Bereich der Transporter ab."

Auch wenn nicht die Insassen betrachtet werden, sondern die Zahl der Getöteten
insgesamt bei Unfällen mit Beteiligung von leichten bzw. schweren
Nutzfahrzeugen, zeigt sich ein ähnliches Bild: Von Januar bis November 2017
kamen 220 Menschen bei Unfällen mit Transportern ums Leben - das sind ein
Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig gibt es bei Unfällen mit
schweren Lkw sowie mit Sattelzugmaschinen jeweils einen Rückgang der Zahl der
Getöteten um rund 5 %. Insgesamt starben bei Unfällen mit beiden schweren
Nutzfahrzeuggruppen zusammen bis Ende November 28 Personen weniger als im
selben Zeitraum 2016.

Mit Abstand die meisten Todesopfer auf den Straßen gibt es nach wie vor bei
Unfällen mit Pkw. Die Gesamtzahl lag hier in den ersten elf Monaten 2017 hier
bei 2.098 Getöteten, das sind 146 (oder rund 7 %) weniger als im gleichen
Zeitraum 2016. "Der deutliche Rückgang in diesem Bereich deutet auf die immer
weiter verbesserte aktive und passive Sicherheit der Pkw hin", so der DEKRA
Experte.

Bemerkenswert ist aus Sicht der DEKRA Unfallforscher, dass im Zeitraum Januar
bis November 2017 insgesamt 72 Menschen bei Unfällen unter Beteiligung von
landwirtschaftlichen Zugmaschinen ums Leben kamen. Das sind rund 2,4 % aller
Verkehrstoten in Deutschland. "Wichtig ist hier wie bei den anderen
ausgewerteten Zahlen, dass wir neutral von Unfallbeteiligten sprechen. Das sagt
nichts darüber aus, welcher Beteiligte den Unfall hauptsächlich verursacht
hat", so DEKRA Unfallforscher Niewöhner.

AplusA-online.de - Quelle: DEKRA