04/01/2018

Zahl der Gewaltunfälle bei der Arbeit gestiegen - Gesetzliche Unfallversicherung veröffentlicht den Arbeitsunfallbericht 2016

Der Überfall auf eine Tankstelle, die Handgreiflichkeiten
eines Patienten mit Demenzerkrankung, der Schock nach einem traumatischen
Ereignis - die Gewalt, die Menschen an ihrem Arbeitsplatz erleben, hat viele Formen.
Im Jahr 2016 erlitten 10.432 Beschäftigte einen meldepflichtigen Arbeitsunfall während
einer betrieblichen Tätigkeit durch die Einwirkung von physischer oder psychischer
Gewalt. Das geht aus dem Arbeitsunfallbericht 2016 der Deutschen Gesetzlichen
Unfallversicherung (DGUV) hervor.

Betrachtet man allein diese Art der gemeldeten Gewaltunfälle, dann hat deren
Zahl in den vergangenen fünf Jahren um rund 22 Prozent zugenommen (2012 8.534
Fälle). Allerdings hat sich im Jahr 2016 die steigende Tendenz der
vorhergehenden Jahre nicht fortgesetzt.
"Es ist schwer zu sagen, ob hinter diesen Zahlen auch eine entsprechende
Zunahme des Risikos von Gewalt oder Bedrohung steht: So hat beispielsweise in
den vergangenen Jahren die Beschäftigungsquote zugenommen, gerade in relevanten
Bereichen wie der Pflege", sagt Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der
DGUV. "Hinzu kommt, dass die Betroffenen möglicherweise stärker sensibilisiert
sind und dies auch das Meldeverhalten beeinflusst."

Insgesamt liegt der Anteil der Gewaltunfälle durch Personen an allen
meldepflichtigen Arbeitsunfällen bei 1,4 Prozent. Besonders gefährdet von
Übergriffen Dritter sind grundsätzlich Beschäftigte, die im Rahmen ihrer Arbeit
Kunden- oder Patientenkontakt haben. So ereigneten sich 2016 gut 31 Prozent
aller Übergriffe auf Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Ein
weiteres Fünftel passierte im öffentlichen Bereich, auf Straßen oder bei der
Nutzung von Transportmitteln. Etwa 13 Prozent trafen Beschäftigte in Läden und
Geschäften.

Arbeitsunfallgeschehen 2016


AplusA-online.de - Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)