22.08.2018

Wohlergehen der Arbeitnehmer ist wichtigster Treiber für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

Vor allem kleine Unternehmen sind noch zögerlich bei Investitionen
im Bereich SGA-Management: Während 52 Prozent der großen Unternehmen in den kommenden
Jahren ihre Investitionen sogar erhöhen wollen, planen das nur 33 Prozent der
Unternehmen unter 50 Mitarbeitern.

Das Wohlergehen der Arbeitnehmer (82 Prozent) sowie die Einhaltung von Gesetzen
und Vorschriften (79 Prozent) sind die wichtigsten Treiber für Gesundheit und
Sicherheit am Arbeitsplatz, so die Einschätzung von 1.700 Branchenexperten in
der neuesten ViewPoint-Studie, die im Juni von DNV GL durchgeführt wurde.
Andere Treiber schneiden deutlich schlechter ab, interne Richtlinien,
Geschäftskontinuität und Markenreputation folgen.

Die Hauptrisiken betreffen den Bereich "Maschinen und Anlagen" (66 Prozent)
und das Arbeitsumfeld (62 Prozent). Im Vergleich zu einer Umfrage zum gleichen
Thema im Jahr 2014 sind die Risiken, die von Maschinen und Anlagen ausgehen,
um 29 Prozentpunkte sowie jene aus dem Arbeitsumfeld um 32 Prozentpunkte
gestiegen. Dies kann auf eine spezifischere Gesetzgebung in Bezug auf Maschinen
und Anlagen sowie Arbeitsumgebungen in den letzten Jahren zurückgeführt werden.
Eine verbesserte Fähigkeit, Gesetze und Vorschriften einzuhalten und die Zahl
der Verletzungen zu reduzieren, wird natürlich als der größte Nutzen der
implementierten Sicherheitsmaßnahmen genannt. 55 Prozent der Unternehmen geben
zudem an, dass der Nutzen der Umsetzung von Minderungsmaßnahmen größer ist als
die Kosten. Diese Zahl steigt sogar auf 65 Prozent bei Unternehmen mit einem
zertifizierten Managementsystem für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit
und auf 75 Prozent bei Unternehmen, die als führend identifiziert wurden.

Betrachtet man, wie Unternehmen das Thema aus strategischer Sicht angehen, so
gibt die Hälfte der Befragten an, dass Arbeits- und Gesundheitsschutz eine hohe
Relevanz für ihre gesamte Geschäftsstrategie haben. Diese Zahl steigt auf 62
Prozent für große Unternehmen und 63 Prozent für zertifizierte Unternehmen. Bei
kleinen Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern ist das Bild anders. Nur 41
Prozent geben an, dass der Nutzen die Kosten übersteigt, für 43 Prozent ist
Arbeits- und Gesundheitsschutz für ihre Geschäftsstrategie sehr wichtig.
Während 52 Prozent der großen Unternehmen in den kommenden Jahren ihre
Investitionen sogar erhöhen wollen, sehen das nur 33 Prozent der kleinen
Unternehmen. Insgesamt lässt sich daraus schließen, dass kleine Unternehmen den
Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes mehr Aufmerksamkeit schenken
könnten. Dies stellt ein Risiko dar, da in den meisten Regionen kleine und
mittlere Unternehmen (KMU) dominieren und in Summe etwa 99 Prozent aller
Unternehmen sowie 70 Prozent der Arbeitsplätze im OECD-Raum ausmachen*.

"Einzelne Daten aus Kundenbewertungen zeigen, dass die für die Erneuerung von
Anlagen und Maschinen erforderlichen Investitionen für kleine und mittlere
Unternehmen das größte Problem darstellen. Durch bessere Prozesse und eine
stärkere Fokussierung auf verhaltensbasierte Sicherheit lassen sich jedoch oft
signifikante Verbesserungen erzielen. Ein Zertifizierungsprozess ist für KMU
oft der einfachste Weg, die Sicherheit am Arbeitsplatz ohne übermäßige Kosten
zu verbessern", kommentiert Luca Crisciotti, CEO von DNV GL - Business
Assurance, die vorliegende Studie.

Die gesamten Ergebnisse der Umfrage (in Englisch) können im Publikationsbereich
von DNV GL unter kostenlos heruntergeladen werden.

* "Enhancing the contributions of SMEs in a global and digitalised economy”,
OECD 2017

Zur Studie


AplusA-online.de - Quelle: DNV GL SE