14.03.2018

Wissen, können, wollen: Sicher und gesund arbeiten dank Unterweisung

Für die Sicherheit und Gesundheit im Beruf kommt es nicht nur
auf die Arbeitsbedingungen an. Man muss auch wissen, wie man sich richtig verhält.
Und man braucht die Fähigkeit und Motivation, das tatsächlich zu tun. Auf dieses
Wissen, Können und Wollen zielt die gesetzlich vorgeschriebene Unterweisung der
Beschäftigten im Betrieb, informiert die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst
und Wohlfahrtspflege (BGW). Sie unterstützt ihre Mitgliedsunternehmen dabei mit
Handlungshilfen und einem Online-Lernmodul.

Informieren, trainieren, motivieren

"Eine gelungene Unterweisung ist keine trockene Belehrung, sondern eine
lebendig gestaltete Fortbildung", erklärt Christian Reinke, Präventionsexperte
der BGW. Die Beschäftigten werden über mögliche Gefährdungen bei ihrer Arbeit
aufgeklärt, erhalten Raum zum Ausprobieren und Trainieren und bekommen zugleich
das Bewusstsein für sicheres und gesundheitsgerechtes Verhalten vermittelt.

Die möglichen Methoden reichen von Vorträgen über Diskussionen und
Gruppenarbeiten bis hin zu praktischen Übungen. "Dabei lassen sich je nach
Situation verschiedene Medien einbinden", so Reinke. "Diese können das
persönliche Vermitteln der Unterweisungsinhalte aber nicht ersetzen, sondern
nur ergänzen", fügt er hinzu.

Unterweisungsthemen

Inhaltlich kann es um ganz unterschiedliche Aspekte gehen, etwa den Umgang mit
Arbeitsmitteln und -geräten, den Hautschutz, das ergonomische Arbeiten oder das
Verhalten bei Notfällen. Ausgewählt werden die Unterweisungsthemen vom
Arbeitgeber oder von der Arbeitgeberin. "Unabhängig davon sollten Beschäftigte
auch von sich aus Bescheid sagen, wenn sie Informations- oder Schulungsbedarf
haben, um ihre Tätigkeit sicher und gesund auszuführen", rät der Experte der
BGW.

Unterweisungsanlässe

Eine Erstunterweisung muss grundsätzlich immer dann stattfinden, wenn etwas neu
ist: etwa eine Tätigkeit, Geräte oder Arbeitsabläufe. Weiter können
situationsabhängige Unterweisungsanlässe hinzukommen, zum Beispiel nach
Unfällen oder Beinaheunfällen. Weil man manches Gelernte wieder vergisst, sind
Unterweisungen in angemessenen Zeitabständen zu wiederholen. Stattfinden müssen
sie grundsätzlich mindestens einmal jährlich, bei Jugendlichen mindestens alle
sechs Monate. "Meist sind allerdings mehrere kleine Unterweisungen über das
Jahr verteilt sinnvoller als ein oder zwei besonders umfangreiche", merkt
Reinke an.

Gewusst wie

Tipps zur Planung und Umsetzung von Unterweisungen gibt die BGW unter anderem
in ihrer Broschüre "Unterweisen im Betrieb - ein Leitfaden".

Zum Leitfaden


AplusA-online.de - Quelle: Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)