12/03/2019

Wie sage ich's richtig? - 10 Kommunikations-Tipps für Sicherheitsbeauftragte

Als Kollegen unter Kollegen sorgen Sicherheitsbeauftragte in Unternehmen
durch ihr freiwilliges Engagement dafür, Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit
zu verbessern. Aber wie weist man seine Kollegin oder seinen Kollegen am besten auf
ihr sicherheits- oder gesundheitswidriges Verhalten hin, wenn man ehrenamtlich
tätig ist, keine Weisungsbefugnis hat oder innerhalb der Belegschaft nicht als
"Besserwisser" dastehen möchte? Gerhard Kuntzemann von der Berufsgenossenschaft
Holz und Metall (BGHM) gibt Tipps, damit Ihre Botschaften auch ankommen.

Wege zum konstruktiven Gespräch

Für Sicherheitsbeauftragte stellen Gespräche das wichtigste Handwerkszeug dar.
"Doch unangenehme Dinge anzusprechen und dabei dann auch noch den sprichwörtlich
richtigen Ton zu treffen ist gar nicht mal so einfach", weiß Gerhard Kuntzemann,
bei der BGHM zuständig für Sicherheitsbeauftragte. Zwar sollen Probleme klar
und deutlich benannt werden, andererseits will man sein Gegenüber auch nicht
verprellen. Neben dem Tonfall tragen auch vorwurfsvolle Formulierungen oder die
Körpersprache zu Missverständnissen bei oder führen zu Ablehnung beim Gesprächs-
partner. "Zeigen Sie daher Ihrem Gegenüber Ihre Wertschätzung, indem Sie
beispielsweise die geleistete Arbeit anerkennen. Wenn Sie ein schwieriges Gespräch
mit einer positiven Botschaft beginnen, fruchten Hinweise und Ratschläge zur
Einhaltung der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit umso besser", rät
Gerhard Kuntzemann. "Probieren Sie unsere zehn Tipps für eine erfolgreiche
Gesprächsführung aus - Sie werden überrascht sein."

Zehn Punkte für eine erfolgreiche Gesprächsführung:

1. Um welche Themen geht es? Was erwarte ich konkret?
2. Welche Beobachtungen habe ich gemacht, welche Argumente kann ich anbringen?
3. Wählen Sie einen positiven Gesprächseinstieg (zum Beispiel bisherige
Erfolge).
4. Legen Sie den Gesprächsanlass sachlich dar.
5. Stellen Sie sich Ihre Sichtweisen und Ziele gegenseitig dar (zum Beispiel
mit Ich-Botschaften).
6. Regen Sie Ihr Gegenüber durch offene W-Fragen (Wie, Was, Wieso, Wodurch?)
zum Nachdenken an. Zum Beispiel: Was können wir Ihrer Meinung nach an unseren
Arbeitsabläufen verbessern?
7. Hören Sie aktiv zu. Wenden Sie sich während des Gesprächs nicht ab, schenken
Sie ihrem Gegenüber Aufmerksamkeit und wiederholen Sie wichtige Kernaussagen,
um zu verdeutlichen - ich habe Ihnen zugehört und Sie verstanden.
8. Holen Sie Lösungsvorschläge vom Gesprächspartner ein und bieten Sie
Unterstützung an.
9. Treffen Sie am Ende des Gesprächs konkrete Vereinbarungen nach dem SMART
-Schema:
- Spezifisch (konkrete Veränderung festhalten)
- Messbar (erkennbare Erfolge)
- Akzeptiert (von den Gesprächspartnern)
- Realistisch (umsetzbar)
- Terminiert (Wann überprüfen wir gemeinsam unsere Vereinbarungen?)
10. Halten Sie die Vereinbarungen am besten schriftlich fest, überprüfen Sie
die weitere Entwicklung und loben Sie Erfolge, wenn sich diese eingestellt
haben.

Kommunikation - aber sicher!

Wer mehr über gute Kommunikation wissen möchte, findet vertiefende
Informationen im BGHM-Ideengeber - dem praktischen Ordner im DIN-A5-Format mit
Informationen rund um die Kampagne "kommmitmensch". Der Ideengeber richtet sich
an Unternehmensverantwortliche von Mitgliedsbetrieben mit fünf bis 50
Beschäftigten und steht inklusive der Kalenderblätter für das Jahr 2019 im
BGHM-Onlineshop als Download oder zum Bestellen zur Verfügung.

Sicherheitsbeauftragte

Sicherheitsbeauftragte sind Beschäftigte, die den Unternehmer oder die
Unternehmerin durch freiwilliges Engagement bei der Verbesserung des
Arbeitsschutzes unterstützen. Sie sorgen dafür, dass Schutzvorrichtungen und
-ausrüstungen benutzt werden und weisen ihre Kolleginnen und Kollegen auf
sicherheits- oder gesundheitswidriges Verhalten hin. Sie geben Hinweise und
Empfehlungen zur sicheren Gestaltung von Arbeitsabläufen und -bereichen,
beobachten die betrieblichen Abläufe in ihrer Umgebung und stellen potenzielle
Gefahren fest. Wie viele Sicherheitsbeauftragte im Unternehmen erforderlich
sind, hängt von ihrer räumlichen, zeitlichen und fachlichen Nähe zu den
Beschäftigten sowie von der Zahl der Beschäftigten und der betrieblichen
Gefährdungssituation ab. Weitere Informationen: www.bghm.de, Webcode 611.

Weitere Informationen


AplusA-online.de - Quelle: Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM)