02.08.2017

Wichtig für den Ausbildungsstart: Spielregeln lernen - BGW gibt Tipps für alle Beteiligten

Schule und Beruf sind zwei verschiedene Welten: Das bekommen alljährlich viele
Jugendliche und junge Erwachsene beim Ausbildungsstart zu spüren. Damit der gut
gelingt, kommt es auf ein angemessenes Auftreten als Azubi an. Die
Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)
empfiehlt, rechtzeitig die Spielregeln des Arbeitslebens kennenzulernen - und
zu vermitteln.

"Viele junge Leute wissen nach dem Schulabschluss gar nicht so genau, was im
Berufsleben von ihnen erwartet wird", berichtet Sabine Schoening vom BGW
studio78 in Bochum, in dem die Berufsgenossenschaft unter anderem Seminare für
Auszubildende im Friseurhandwerk anbietet. Unterstützen können beim
Berufseinstieg auf der einen Seite die Eltern oder auch ältere Geschwister,
Freundinnen und Freunde. Gefragt sind aber ebenso die Ausbildungsbetriebe samt
der Kolleginnen und Kollegen.

Tipp 1: Grundregeln vermitteln

Viele Regeln gelten fast überall in der Arbeitswelt. Neben den klassischen
Standards wie Pünktlichkeit, Höflichkeit, Sauberkeit und angemessene Kleidung
zählt dazu auch der richtige Umgang mit dem Smartphone. Nachrichten checken,
chatten und privat surfen: "All das, was in der Schule schon unerwünscht war,
gehört nun endgültig in die Pausen", betont Schoening.

Tipp 2: Üben, üben, üben

Mit Reden allein ist es aber nicht getan. Manches gilt es auch vorab zu proben.
Zum Beispiel eine positive Körpersprache: Brust raus, Schultern nach hinten und
unten, Kopf gerade halten. "Das kommt meist nur dann locker und natürlich
rüber, wenn man es ein paar Mal geübt hat", gibt die Expertin der BGW zu
bedenken. Gleiches gilt für das Sprechen in vollständigen Sätzen: Denn das ist
in vielen Branchen eine der Grundregeln der Kommunikation - ganz im Gegensatz
zur Sprachkultur vieler Jugendlicher und junger Erwachsener.

Tipp 3: Erwartungen klären

Den Ausbildungsbetrieben rät die BGW, zu Beginn die im Unternehmen geltenden
Spielregeln zu erklären und die Erwartungen anzusprechen. "Voraussetzung ist,
dass sich der Chef oder die Chefin die eigenen Ansprüche an die Neulinge
bewusst macht", betont Schoening. Das gleiche gilt in größeren Unternehmen für
die Vorgesetzten in den an der Ausbildung beteiligten Abteilungen.

Tipp 4: Checklisten einsetzen

"Es lohnt sich, auch vermeintlich Selbstverständliches zu thematisieren", so
Schoening. "Zum Beispiel, wann und wie man sich grüßt, wie man sich am Telefon
meldet, was man aus dem Betriebsalltag zu Hause und im Freundeskreis erzählen
darf und was nicht." Sie empfiehlt kleine Checklisten mit den relevanten
Punkten für die Eingangsgespräche zu Beginn der Ausbildung. "Das macht einmal
ein bisschen Arbeit, lässt sich aber in den Folgejahren wiederverwenden."

Tipp 5: Neulinge im Team unterstützen

Mit Tipps und Hinweisen können auch Kolleginnen und Kollegen den Einstieg ins
Berufsleben deutlich erleichtern. "Zum einen entlastet es die Neulinge
psychisch, wenn sie sich im Team gut aufgenommen fühlen", erläutert die
Expertin der BGW. "Zum anderen lässt man sich auf einen kleinen Fehltritt
lieber mal unter vier Augen im Team aufmerksam machen als offiziell von den
Vorgesetzten."

Ein gelungener Start in die Ausbildung ist nach Einschätzung der BGW eine gute
Basis für ein erfolgreiches und gesundes Berufsleben. Unter anderem trägt
angemessene Selbstsicherheit zur Prävention von Stress und stressbedingten
Unfällen bei. Mit gutem Willen können alle Beteiligten das unterstützen - und
direkt oder indirekt davon profitieren. Denn man lernt ja nie aus und ein gutes
Betriebsklima im Kleinen wie im Großen kommt allen zugute.

AplusA-online.de - Quelle: Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)