21/08/2018

Wandel der Arbeitswelt: Chance für eine sichere Bauwirtschaft?

Die Baubranche leidet unter hohen Arbeitsunfallzahlen. Auch wenn die Unfälle
langfristig betrachtet zurückgehen, verzeichnet die Berufsgenossenschaft der
Bauwirtschaft (BG BAU) jährlich mehr als 100.000 Arbeitsunfälle, etwa 90 davon
mit Todesfolge. Arbeitsschutz ist daher ein zentrales Thema. Welche Rolle
spielen dabei Digitalisierung, technologischer Fortschritt und die zunehmende
Automatisierung? Wie die BG BAU am 12. Juli 2018 in Berlin mitteilte, geht sie
dieser Frage mit der Publikation "Wandel der Arbeitswelt - Chance für eine
sichere Bauwirtschaft" nach. Sie will damit zugleich eine Debatte anstoßen.

"Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz dürfen in einer sich wandelnden
Arbeitswelt nicht auf der Strecke bleiben", so Klaus-Richard Bergmann,
Hauptgeschäftsführer der BG BAU in Berlin. "Vielmehr gilt es, die neuen
Möglichkeiten durch die Digitalisierung und Technologisierung für den
Arbeitsschutz zu nutzen."

Mit zunehmendem Tempo verändern sich alle Bereiche des Lebens: Neue
Arbeitsformen und -modelle kündigen sich an. Wie werden wir künftig leben,
bauen und arbeiten? Wo steht dabei die Bauwirtschaft? Namhafte Autoren wie der
Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium des Innern Marco
Wanderwitz, der Wissenschaftsautor Ranga Yogeshwar, der Essayist Wolf Lotter,
der Zukunftsforscher Matthias Horx und zahlreiche andere aus den Bereichen Bau,
Wissenschaft, Medizin und Sozialversicherung präsentieren ihre Sichtweisen.
"Weil die Arbeitswelt in besonderem Maße betroffen ist müssen wir die aktuellen
Entwicklungen aufmerksam in den Blick nehmen - nur so kann die Prävention
Schritt halten", betont Bergmann.

VR, KI und BIM
In ihrer Veröffentlichung geht die BG BAU zukunftsträchtigen Fragen auf den
Grund: Können neue Technologien wie die Virtuelle Realität, Künstliche
Intelligenz oder das Building Information Modeling zu mehr Sicherheit in der
Bauwirtschaft beitragen? Wie werden sich VR, KI oder BIM langfristig auf die
Arbeitswelt auswirken? Der Handlungsbedarf ist groß: Trotz des langfristig
rückläufigen Trends der Unfallzahlen ereignen sich in der Bauwirtschaft mehr
als doppelt so viele Unfälle wie im Durchschnitt der gesamten gewerblichen
Wirtschaft. 2017 ist bei den tödlichen Arbeitsunfällen sogar eine negative
Entwicklung zu verzeichnen. Nach einer vorläufigen Auswertung starben 88
Menschen bei Arbeitsunfällen am Bau. Und es deutet sich an, dass sich der
negative Trend im ersten Halbjahr 2018 fortsetzt.

In dieser Situation zeigen die Autoren relevante Entwicklungen auf, die künftig
eine wichtige Rolle im Bauwesen spielen werden, aber auch mögliche Ansätze, die
für noch mehr Sicherheit sorgen können. Bergmann: "Die neuen Technologien
bieten viele Chancen für den Arbeitsschutz. Ob Simulationen oder
Schutztechnologien - der Einsatz moderner Instrumente kann Arbeitsplätze
sicherer und weniger risikoanfällig machen". Die BG BAU will mitgestalten und
neue Ansätze entwickeln, um die Bauwirtschaft sicherer zu machen und um
Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten vorzubeugen.

Die Publikation ist als blätterbares E-Paper oder in gedruckter Fassung
verfügbar.

Wandel der Arbeitswelt als Blättermagazin


AplusA-online.de - Quelle: Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU)