13.07.2018

Viel hilft nicht immer viel - Reinigungsmittel maßvoll und vorsichtig einsetzen

Reinigungsmittel gehören nicht zu den Chemikalien, bei denen man
gleich an Gesundheitsrisiken denkt. Schließlich dienen sie der Sauberkeit und Hygiene
und kommen in jedem Haushalt vor. Falsch angewendet können sie aber dennoch der
Gesundheit schaden. Darauf weist die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst
und Wohlfahrtspflege (BGW) hin. Sie gibt Tipps zum sicheren Umgang mit Reinigern
und Flächendesinfektionsmitteln.

Mittel richtig wählen

"Um die Gesundheitsgefahren so gering wie möglich zu halten, sollte man möglichst
Mittel auswählen, die für die Reinigungsaufgabe geeignet und gleichzeitig möglichst
harmlos sind", rät Prof. Dr. Udo Eickmann, Gefahrstoffexperte der BGW. Die Berufs-
genossenschaft weiß aus ihren Mitgliedsbetrieben, dass selbst in weniger hygienesensiblen
Bereichen manchmal hochwirksame Reinigungs- und Desinfektionsmittel eingesetzt werden,
die potenziell gesundheitsschädliche Substanzen wie etwa Formaldehyd enthalten.

"Solche Gefährdungen lassen sich häufig vermeiden, indem man als erstes schaut,
was vor Ort wirklich benötigt wird", erklärt Prof. Dr. Eickmann. Arbeitgeberinnen
und Arbeitgeber können sich dazu unter anderem von ihren Hygienefachleuten und
Arbeitsschutzfachleuten beraten lassen. "Auch im Haushalt sollte man nicht mit
Kanonen auf Spatzen schießen", so der Gefahrstoffexperte weiter. Desinfektionsmittel
beispielsweise sind dort oft verzichtbar. "Wer es mit der Hygiene zu Hause übertreibt,
belastet - neben der Umwelt - nicht nur sich und andere unnötig mit potenziell
gesundheitsgefährdenden Substanzen", erläutert der Gefahrstoffexperte der BGW.
"Es kann auch passieren, dass man dabei resistente Bakterienstämme züchtet."

Gebrauchsanweisung und Warnhinweise beachten

Weiter hilft eine sparsame Dosierung entsprechend der Gebrauchsanweisung,
Belastungen durch Reinigungs- und Flächendesinfektionsmittel so gering wie
möglich zu halten. Oft finden sich in der Gebrauchsanweisung zudem wichtige
Warnhinweise zum jeweiligen Produkt. "Diese sollte man auch bei vermeintlich
harmlosen Mitteln unbedingt vorab lesen", mahnt Prof. Dr. Eickmann. Bei neu
gekauften Produkten sind sie mit Gefahrenpiktogrammen in rot umrandeten Rauten
gekennzeichnet. Auf älteren Verpackungen finden sich die Warnsymbole teilweise
noch in orangefarbenen Quadraten. Im Arbeitsleben ist der richtige Umgang mit
Reinigungs- und Flächendesinfektionsmitteln auch ein Thema für die gesetzlich
vorgeschriebene Unterweisung der Beschäftigten.

Niemals verschiedene Mittel mischen

Verschiedene Reinigungsmittel sollten nie miteinander gemischt werden. Andernfalls
kann es zu gefährlichen chemischen Reaktionen kommen. "Zum Beispiel kann beim
Zusammentreffen von säurehaltigen und chlorhaltigen Reinigern giftiges Chlorgas
entstehen, das die Atemwege verätzen kann", erläutert der Gefahrstoffexperte der BGW.

Nur geeignete und beschriftete Behälter verwenden

Weiter rät Prof. Dr. Eickmann, grundsätzlich keine Mittel zu verwenden, deren
Verpackung kein Etikett trägt: "Erstens fehlen dort die Gebrauchsanweisung und
etwaige Warnhinweise und zweitens lässt sich bei ungekennzeichneten Gefäßen nur
vermuten, was drin ist." Ein absolutes Tabu ist für ihn das Umfüllen von
Chemikalien in Lebensmittelgefäße: "Selbst bei genauer Beschriftung wäre die
Verwechslungsgefahr zu groß."

Haut- und Atemwegskontakt vermeiden

Schon Wasser allein löst die schützenden Fette aus der Haut, Reinigungsmittel
verstärken das noch. Viele Reiniger enthalten sogar reizende oder ätzende
Substanzen, das gleiche gilt für Flächendesinfektionsmittel.
Chemikalienbeständige Schutzhandschuhe mit langen Stulpen schützen bei
Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten die Haut. "Am besten schlägt man die
Stulpen um, damit keine Flüssigkeit in die Handschuhe hineinläuft", rät Prof.
Dr. Eickmann. Um die Atemwege zu schützen empfiehlt er dringend, statt Sprays
lieber Wischprodukte einzusetzen: "Beim Wischen gelangen weniger Inhaltstoffe
in die Raumluft."

AplusA-online.de - Quelle: Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)