05.07.2017

Unterstützung im Umgang mit traumatisierten Mitarbeitenden

Ein aggressiver Kunde im Supermarkt, ein Angriff auf einen Polizisten, ein
gewalttätiger Patient im Pflegeheim - es gibt viele Branchen, in denen
Beschäftigte Situationen ausgesetzt sind, die sie extrem belasten können. Auch
Ereignisse wie Flucht- und Kriegserlebnisse oder der Verlust eines nahen
Angehörigen können traumatisierend sein und im Arbeitsalltag sichtbar werden.
In manchen Fällen kann ein extremes Ereignis zu einer sogenannten
Traumafolgestörung führen. Ein bewusster und professioneller Umgang mit den
betroffenen Mitarbeitenden ist gerade dann besonders wichtig.

Dafür haben das Projekt Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt (psyGA) und
die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) die wichtigsten Informationen in
einem Online-Dossier zusammengestellt. Interviews mit Experten liefern wichtige
Erkenntnisse für die Praxis. Auch der Umgang mit traumatisierten Beschäftigten
mit Fluchthintergrund wird thematisiert. So spielt nach Auskunft von Dr.
Mercedes Hillen, geschäftsführende Leiterin des Zentrums ÜBERLEBEN gGmbH, für
Geflüchtete der Zugang zum Arbeitsmarkt eine entscheidende Rolle für die
soziale Integration. Feste Strukturen und das Gefühl, gebraucht zu werden,
geben Stabilität und wirken der Hilflosigkeit entgegen, die viele von ihnen
zuvor auf der Flucht erlebt haben. Dabei sind längst nicht alle Geflüchteten,
die in Deutschland ankommen, im medizinischen Sinne traumatisiert. Studien
zufolge trifft diese Diagnose nur auf rund 30 Prozent zu - was jedoch nicht
unbedingt bedeutet, dass sie nicht arbeitsfähig sind, so Priv.-Doz. Dr. Mazda
Adli, Chefarzt der Fliedner Klinik Berlin für Psychiatrie, Psychotherapie und
Psychosomatik.

Führungskräfte erfahren auf www.psyga.info unter "Betroffene unterstützen", was
sie über Traumata wissen sollten, wie sie sich als Betrieb vorbereiten können,
das Thema richtig ansprechen und wo sie schnell Hilfe und
Unterstützungsangebote finden.

Alle Inhalte des Online-Dossiers auf einen Blick:
> Schwerpunkt: Informationen für Führungskräfte
> Praxistipps zum Arbeitsschutz und zur Gesprächsvorbereitung
> Interviews:


Dr. Mercedes Hillen (geschäftsführende Leiterin des Zentrums ÜBERLEBEN gGmbH) zum Umgang mit (potenziell) traumatisierten Geflüchteten
Priv.-Doz. Dr. Mazda Adli (u.a. Chefarzt der Fliedner Klinik Berlin für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik) zum Zusammenhang von Stress und Trauma
> Downloads und Links:

Anlaufstellen
Handlungshilfen zur Prävention und Nachsorge sowie zum Notfallmanagement

Zum Online-Dossier zum Umgang mit traumatisierten Mitarbeitenden


AplusA-online.de - Quelle: psyGA