11/09/2017

Unternehmer muss über 320.000 Euro wegen Schwarzarbeit an die BGN zahlen

Sofortmeldepflicht: Bei Verstoß drohen hohe Regressforderungen

Für die Gastronomie und Hotellerie gilt die Sofortmeldepflicht für
Beschäftigte. Das bedeutet: Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen
sofort, nämlich am Tag und vor Beginn der Arbeitsaufnahme angemeldet werden.
Wer zu spät meldet, begeht Schwarzarbeit - mit drastischen Folgen, wie ein
aktueller Fall zeigt:

Ein Gastronom meldete eine Beschäftigte erst an, nachdem diese einen schweren
Arbeitsunfall mit Verbrennungen am ganzen Körper erlitten hatte. Die BGN ist
gesetzlich verpflichtet, die bisher entstandenen Behandlungskosten in Höhe von
rund 320.000 Euro (darunter allein 40.000 Euro für eine Kunsthaut) von dem
Gastronomen zurückzufordern, da er den Tatbestand der Schwarzarbeit erfüllt hat
und somit Regresspflichtig ist.

Ganz wichtig: Sofort melden, sonst steht die Existenz auf dem Spiel

Sofort bedeutet: Wenn die Arbeit der neuen Arbeitskraft um sechs Uhr am Morgen
beginnt, muss die Meldung auch spätestens bis sechs Uhr erfolgt sein. Pflicht-
und freiwillig Versicherte werden bei einer gesetzlichen Krankenkasse
angemeldet, für geringfügig Beschäftigte ist die Minijobzentrale in Bochum
zuständig.

AplusA-online.de - Quelle: Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN)