24.07.2017

Unfallursache Maschinen-Manipulation - App identifiziert Schwachstellen im Schutzkonzept von Maschinen

Manipulierte Schutzeinrichtungen an Maschinen führen regelmäßig zu schweren und
tödlichen Unfällen, verursachen Produktionsausfälle und hohe Kosten. Eine neue
App hilft dem vorzubeugen. Mit ihr bietet das Institut für Arbeitsschutz der
Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) Planern, Herstellern und
Betreibern von Maschinen ein kostenloses Tool, mit dem sich
Manipulationsanreize an Maschinen einfach erkennen lassen.
Im Schnitt werden ein Drittel aller Schutzeinrichtungen an industriell
genutzten Maschinen regelmäßig manipuliert. Die Folge sind Jahr für Jahr
mehrere tausend Unfälle - auch tödliche.

"Schutzeinrichtungen an Maschinen werden dann außer Kraft gesetzt, wenn sie den
Arbeitsablauf stören", sagt Stefan Otto, Experte für Maschinensicherheit im
IFA. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn der Arbeitsraum schlecht einsehbar
ist, vielleicht durch ein zu kleines Sichtfenster, wenn der erforderliche
Arbeitstakt nicht erreicht wird oder bestimmte Tätigkeiten überhaupt nicht
möglich sind, beispielsweise das Einrichten der Maschine. Otto: "Liegen solche
Defizite vor, sprechen wir von einem Manipulationsanreiz."

Das IFA hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich der Manipulationsanreiz für
jede beliebige Maschine bewerten lässt. Dieses Verfahren steht jetzt als App
unter Android und iOS zur Verfügung. Die Bewertung kann jederzeit stattfinden:
in der Konstruktionsphase der Maschine, vor Auslieferung oder bereits im
Betrieb. Wichtig ist allerdings, dass Personen die App einsetzen, die mit der
Bedienung der Maschine vertraut sind, also Hersteller, Händler oder die
Fachkraft im Unternehmen.

Otto: "Nur wenn überhaupt erkannt wird, dass ein Manipulationsanreiz besteht,
können Gegenmaßnahmen ergriffen, Unfälle vermieden und Menschen geschützt
werden."

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AplusA-online.de - Quelle: Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung - DGUV