14.05.2018

Umfangreicher Unfallversicherungsschutz für freiwillige Feuerwehrleute

Mehr als 1,3 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland im freiwilligen
Feuerwehrdienst. Sie alle stehen dabei unter dem Schutz der Unfallkassen und
Feuerwehr-Unfallkassen der Bundesländer. 2016 verzeichneten diese 5458
meldepflichtige Arbeitsunfälle von freiwilligen Feuerwehrleuten, das sind 346
weniger als im Vorjahr. Die Unfallzahlen gehen mit einzelnen Schwankungen seit
Jahren zurück. Deutlich angestiegen - um 77 Fälle - ist hingegen 2016 die Zahl
der Wegeunfälle: 368 Feuerwehrleute verunglückten auf dem Weg zum Einsatz oder
vom Einsatzort nach Hause. Das ist der höchste Stand seit 2010. Für fünf
Menschen endete 2016 ein Unfall im Feuerwehrdienst oder auf dem Weg dorthin
tödlich. 2110 freiwillige Feuerwehrleute erhielten 2016 erstmals eine
Verletztenrente. Das bedeutet: Fast 40 Prozent aller meldepflichtigen Unfälle
waren so schwer, dass eine Rentenzahlung notwendig wurde. Renten werden in der
gesetzlichen Unfallversicherung ab einer Erwerbsminderung von 20 Prozent
gezahlt.

"Diese Zahlen zeigen, wie wichtig eine gute Absicherung ist", sagt Dr. Joachim
Breuer, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung,
Spitzenverband der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. "Wer sich im Dienst
der Allgemeinheit in Gefahr begibt, muss die Sicherheit haben, dass er sich im
Fall des Falles auf die Unterstützung der Allgemeinheit verlassen kann. Die
Absicherung für die ehrenamtlich Tätigen der Feuerwehren und des
Katastrophenschutzes geht deshalb sogar über die Absicherung bei
Arbeitsunfällen von Beschäftigten hinaus."

Abgesehen von den Leistungen, die regulär Beschäftigte aus der gesetzlichen
Unfallversicherung erhalten, sehen die Satzungen der Unfallkassen und
Feuerwehr-Unfallkassen individuelle Mehrleistungen für freiwillige
Feuerwehrleute vor. Grund dafür ist eine besondere Anerkennung für Personen,
die ehrenamtlich im Interesse der Allgemeinheit tätig werden. Wie genau die
Mehrleistungen geregelt sind, legen Arbeitgeber- und Versichertenvertreter in
der Selbstverwaltung der einzelnen Kassen fest.

Dieser umfassende Schutz greift aber nur dann, wenn ein Gesundheitsschaden
tatsächlich auf einen Unfall im Dienst zurückgeht und nicht die Folge
beispielsweise natürlicher Alterungsprozesse ist. Dr. Joachim Breuer: "Diese
Fälle sind selten, sie kommen jedoch vor. Die meisten Bundesländer haben daher
inzwischen Härtefallfonds geschaffen, die da helfen können, wo das Gesetz der
Unfallversicherung eine klare Grenze setzt. Wir begrüßen diese Fonds, denn sie
erbringen Leistungen in einem Bereich, den die gesetzliche Unfallversicherung
nicht abdecken kann."

Wie die Auszahlungen aus diesem Fonds organisiert werden, liegt in der
Verantwortung der Bundesländer. In einzelnen Ländern kommen die Mittel für
diese Unterstützungsleistungen aus dem Landeshaushalt und beziehen alle
Feuerwehren ein. In anderen Ländern müssen die Kommunen diese Mittel
aufbringen. Im letztgenannten Fall gibt es teilweise Regelungen, dass die
Kommunen selbst entscheiden können, ob sie sich an den Fonds beteiligen oder
nicht.

AplusA-online.de - Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung - DGUV