16.04.2015

Trimm-Trab am Schreibtisch: IFA-Studie belegt gesundheitlichen Nutzen neuartiger Büroarbeitsplätze

Dynamische Arbeitsstationen, die Schreibtischarbeit mit Gehen oder Radfahren
verbinden, haben nachweislich gesundheitsförderliche Wirkung, ohne dass
darunter die Arbeitsleistung wesentlich leidet. Das ergab eine Untersuchung des
Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung
(IFA).

18 Millionen Menschen in Deutschland arbeiten im Büro und am Bildschirm. Und
ihre Zahl steigt. Einige dieser Beschäftigten sitzen oft stundenlang
unbeweglich vor dem Schreibtisch. Die Folge dieser Zwangshaltung:
Bewegungsmangel und Unterforderung der Muskulatur. Langfristig kann das zu
chronischen Schäden führen, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
Typ-II-Diabetes und Muskel-Skelett-Beschwerden. Nach Angaben der
Weltgesundheitsorganisation ist Bewegungsmangel der vierthäufigste Risikofaktor
für frühzeitigen Tod.

Experten empfehlen häufig Sport in der Freizeit, um den Mangel an körperlicher
Aktivität bei der Arbeit auszugleichen. Vielen Menschen gelingt es jedoch
nicht, Zeit für Sport in ihren Alltag einzubauen. Eine Lösung könnten so
genannte dynamische Arbeitsstationen sein: Sie ersetzen oder ergänzen den
Bürostuhl durch Bewegungselemente wie Laufbänder, Fahrradergometer oder
Stepper. Erste Produkte sind in den USA bereits erhältlich.

Inwieweit beeinflussen solche Maßnahmen physiologische Kenngrößen positiv, wie
wirken sie sich auf die Arbeitsleistung aus und wie werden sie von den
Beschäftigten angenommen? Diese Fragen hat das IFA gemeinsam mit dem
niederländischen Institut TNO systematisch untersucht. Dabei wurden zwei
dynamische Arbeitsplatzvarianten mit einem klassischen Sitz- und einem
konventionellen Steharbeitsplatz verglichen.

"Körperliche Aktivität, Herzfrequenz und Energieumsatz sind an den neuen
dynamischen Arbeitsstationen deutlich erhöht", sagt Professor Rolf Ellegast,
stellvertretender IFA-Leiter. "Je nach Art und Intensität der Bewegung erhöht
sich der Energieumsatz um bis zu 100 Prozent. Damit holen Sie sich Ihren
Abendspaziergang quasi an den Schreibtisch." Gleichzeitig bleibe das
Arbeitsergebnis von den aktivierenden Maßnahmen weitestgehend unberührt.
Allerdings äußerten die Versuchspersonen Vorbehalte gegenüber dieser Form von
Arbeitsplatz: Unergonomische Gestaltung und Ablenkung sind hierfür wesentliche
Gründe.

Ellegast: "Auch wenn die dynamischen Arbeitsstationen noch verbessert werden
müssen, können wir schon heute sagen: Solche Arbeitsplätze können prinzipiell
einen Beitrag zur Gesundheitsförderung der Beschäftigten leisten."

Denk an mich. Dein Rücken

Bewegung am Arbeitsplatz zu fördern, ist auch das Ziel der Präventionskampagne
"Denk an mich. Dein Rücken". In der Kampagne arbeiten die
Berufsgenossenschaften, Unfallkassen, ihr Spitzenverband Deutsche Gesetzliche
Unfallversicherung (DGUV), die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten
und Gartenbau und die Knappschaft zusammen. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel,
Rückenbelastungen zu verringern.


Weitere Informationen unter www.deinruecken.de

Die Ergebnisse der Studie


AplusA-online.de - Quelle: Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)