07.08.2017

Tattoos und Piercings in der Arbeitswelt - Betriebsärzte warnen vor Gesundheitsrisiken

Rund 300 Arbeitsmediziner tauschen sich auf Fachtagung aus
"Viele Menschen unterschätzen die Gesundheitsgefahren und die Langzeitfolgen,
wenn sie sich tätowieren oder piercen lassen", erklärt Dr. Hildegard Peters.
Die Fachärztin für Arbeitsmedizin war eine von mehreren Referenten, die auf der
19. Betriebsärztetagung der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) die
rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu verschiedenen Themen aus der
Arbeitsmedizin informierte. Im Fokus der Fachveranstaltung stand das Thema
"Tattoos und Piercings in der Arbeitswelt". Die Tagung wurde gemeinsam von der
BGHM, der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM)
und dem Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) veranstaltet.

Tattoos stören bei Diagnostik und Vorsorgeuntersuchungen
Rund zehn Prozent aller Deutschen seien tätowiert, darunter auch viele
Jugendliche, erläuterte Dr. Hildegard Peters in ihrem Vortrag. "Ein
gefährlicher Trend", sagte sie. Beispielsweise können Tattoos bei der Diagnose
von Krankheiten erhebliche Probleme bereiten. "Eine MRT kann nicht durchgeführt
werden, wenn sich an der betroffenen Stelle des Körpers ein Tattoo oder
Permanent Make-up befindet, da es sonst zu Schwellungen und Verbrennungen der
Haut kommt", erklärte die Fachärztin für Arbeitsmedizin.

Untersuchungen wie die Hautkrebsvorsorge können ebenfalls nicht richtig
durchgeführt werden: "Befinden sich Muttermale an tätowierten Stellen des
Körpers, erkenne ich mögliche Hautveränderungen nicht", warnt Dr. Peters. Wie
sich die einzelnen Farbstoffe langfristig im Körper auswirken, sei ebenfalls
noch kaum erforscht.

Auch Piercings können sich negativ auf die Gesundheit und die Arbeitssicherheit
auswirken: "Neben Infektionen lösen sie allergische Ekzeme aus. Außerdem
besteht Unfallgefahr bei der Arbeit mit Maschinen, da man daran hängen bleiben
kann." Wer sich also tätowieren und piercen lassen möchte, sollte sich zuvor
über die Gesundheitsgefahren informieren.

AplusA-online.de - Quelle: Berufsgenossenschaft Holz und Metall