14.08.2018

TÜV Rheinland: Arbeits- und Gesundheitsschutz ist auch für Start-ups Pflicht

Fachkundige Beratung durch externe Experten / Pflichten des
Arbeitgebers / Gefährdungsbeurteilung für maßgeschneiderten Arbeits- und
Gesundheitsschutz

Über 500.000 Existenzgründungen zählte die Förderbank KfW im Jahr 2017. Für die
Gründer ist das eine aufregende Zeit: Es gilt, den Markt zu analysieren, das
eigene Produkt zu entwickeln, Geldgeber, Räumlichkeiten und Mitarbeiter für das
Unternehmen zu finden. Im Durchschnitt haben Start-ups - junge und innovative
Unternehmen, die weniger als zehn Jahre am Markt sind - neben den Inhabern zehn
Mitarbeiter. "Das Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz haben die Gründer oft
nicht im Blick. Dabei sind Unternehmen ab dem ersten Mitarbeiter dazu
verpflichtet, die Vorgaben des Arbeitsschutzes zu erfüllen. Die von einer
fachkundigen Person erstellte Gefährdungsbeurteilung hilft dabei, den Arbeits-
und Gesundheitsschutz passgenau auf den Bedarf des Start-ups anzupassen", weiß
Werner Lüth, der als Fachgebietsleiter Arbeitssicherheit bei TÜV Rheinland
Unternehmen unterschiedlichster Branchen berät.

Arbeits- und Gesundheitsschutz ist Chefsache!
Die Verantwortung für die Gesundheit und die Sicherheit der Beschäftigten und
für die Umsetzung der rechtlichen Vorgaben liegt beim Arbeitgeber. Das
Arbeitssicherheitsgesetz schreibt vor, ab dem ersten Mitarbeiter eine Fachkraft
für Arbeitssicherheit und einen Betriebsarzt zu bestellen. Dieser Verpflichtung
können kleine und mittlere Unternehmen auch nachkommen, indem sie für diese
Aufgaben einen externen überbetrieblichen Dienst wie TÜV Rheinland verpflichten.
Ab zwei Mitarbeitern müssen zudem Ersthelfer im Betrieb ausgebildet und
benannt werden. Wächst das Team auf mehr als 20 Beschäftigte an, sind aus dem
Mitarbeiterkreis Sicherheitsbeauftragte zu benennen. Sie unterstützen den
Arbeitgeber bei der Umsetzung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Betrieb
und sind Ansprechpartner für ihre Kollegen.

Bei einer Überprüfung durch die Aufsichtsbehörden oder die Berufsgenossenschaft
müssen Arbeitgeber die Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sowie
deren Dokumentation nachweisen. Andernfalls können Bußgelder erhoben werden.
Kommt es zu einem Arbeitsunfall, können rechtliche Konsequenzen drohen.

Gefährdungen erkennen und minimieren
Welche Gefahren drohen im Unternehmen, zum Beispiel in einem Start-up für
Internet-Dienstleistungen? Antworten auf diese Frage gibt die Gefährdungsbeurteilung,
die für jeden Arbeitsplatz die Gefährdungen ermittelt. An Bildschirmarbeitsplätzen
stehen dabei neben der technischen Ausstattung unter anderem die Ergonomie der
Büromöbel, der Bewegungsraum am Arbeitsplatz, die Beleuchtung und die Positionierung
des Bildschirms im Mittelpunkt.

Aus den so gewonnenen Informationen lassen sich die notwendigen Maßnahmen zum
Arbeits- und Gesundheitsschutz ableiten. Im Rahmen eines kontinuierlichen
Prozesses müssen die Umsetzung und Wirksamkeit der Maßnahmen überprüft, bei
Bedarf angepasst und der gesamte Verlauf dokumentiert werden.

In Start-ups mangelt es neben der Gefährdungsbeurteilung oftmals auch an der
Organisation des Arbeitsschutzes: Verantwortlichkeiten sind nicht geklärt,
geeignete Maßnahmen für Erste-Hilfe und Notfälle sind nicht festgelegt und auch
Sicherheitsunterweisungen der Mitarbeiter kommen zu kurz. "Unsere Experten
beraten Arbeitgeber, wie sie passend zum Bedarf des Unternehmens die Vorgaben
des Arbeits- und Gesundheitsschutzes umsetzen können. Sicherheit und Gesundheit
der Mitarbeiter tragen zu einem störungsfreien Betriebsablauf bei und erhöhen
die Zufriedenheit. Durch die Beauftragung externer Experten legen die Gründer
diesen wichtigen Bereich in erfahrene Hände und haben den Kopf frei für ihre
unternehmerischen Aufgaben und das Erreichen der gesetzten Ziele", so Lüth.

AplusA-online.de - Quelle: TÜV Rheinland