06.06.2018

Sturzunfälle: Häufig und teuer - Berufsgenossenschaft warnt vor Gefahrenschwerpunkt Bodenbelag

2016 waren rund ein Drittel (ca. 24.000) aller Arbeitsunfälle in den
BGN-Mitgliedsunternehmen Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle. Die Kosten für die
Entschädigung eines solchen Unfalls sind kein Pappenstiel. Nicht selten bewegen
sie sich im sechsstelligen Bereich. Hinzu kommen die wirtschaftlichen Einbußen
in den Unternehmen durch Personalausfall, Störungen im Betriebsablauf oder
notwendige Ersatzkräfte.

Zahlreiche Faktoren spielen alleine oder in Kombination eine Rolle. Ganz vorne
mit dabei sind beschädigte oder ungeeignete Bodenbeläge, verschmutzte Fußböden
und untaugliches Schuhwerk. Nicht außer Acht gelassen werden dürfen aber auch
Hektik, Stress und in der Folge mangelnde Aufmerksamkeit. Erste Wahl bei der
Prävention ist eine Gefährdungsbeurteilung, in die alle Faktoren einfließen.

Relevante Gefährdungsfaktoren verringern
Rutschhemmend, leicht zu reinigen und eben - das sind die wesentlichen
Anforderungen an Bodenbeläge in Gewerbebetrieben. Die Rutschhemmung ist eine
messbare Größe. Dabei ist der Grad der Rutschhemmung in so genannten
Bewertungsgruppen definiert. Eine gute Unterstützung zur genaueren Einordnung
ist die BGN-Arbeitssicherheitsinformation ASi 4.40 "Unfallsichere Gestaltung
von Fußböden". Sie gibt in Tabellen auch Aufschluss über die erforderliche
Einstufung unterschiedlicher Arbeitsbereiche.

Ganz wichtig, um die rutschhemmende Wirkung des Bodenbelags dauerhaft zu
erhalten, ist die richtige Pflege des Bodenbelags. Ausschlaggebend dabei ist
das geeignete Reinigungsmittel, das zudem genau dosiert werden muss.

Dass Fußböden keine Stolperstellen haben dürfen, versteht sich von selbst.
Beschädigte Böden und Beläge, also zum Beispiel aufstehende oder gebrochene
Fliesen, sollten schnell repariert, durchgetretene Gitterroste sofort Instand
gesetzt werden. Absätze und Ausgleichsstufen, wenn sie sich schon nicht
vermeiden lassen, müssen deutlich markiert werden (gelb-schwarz gesteift).
Fußmatten, Läufer und Teppiche dürfen nicht wegrutschen oder Wellen schlagen,
ihre Ränder nicht hochstehen.

Geeignete Schuhe
Arbeitsschuhe sollen rutschfeste Sohlen haben und den Fuß festen Halt bieten.
Bequem müssen sie auch sein, denn schlechtsitzende oder unbequeme Schuhe sind
auf Dauer nicht nur eine Qual - gestresste Füße sind auch anfällig für
Fehltritte.

Die typischen Fallen:
- nasse, rutschige und verschmutzte Böden;
- zu glatte Bodenbeläge;
- lockere Fliesen, wackelnde Gitterroste;
- Fußmatten und Teppiche mit aufstehenden Ecken und Rändern;
- herumliegende oder im Weg stehende Gegenstände (Kabel, Kisten, Eimer);
- vorstehende Schubladen;
- schlechte Beleuchtung, speziell an Treppen, Stufen, Fluren und in
Abstellräumen;
- fehlende Geländer und Haltegriffe;
- ungeeignetes Schuhwerk;
- Hektik, Stress, Unachtsamkeit.

Technische Regel ASR A1.5/1,2 Fußböden


AplusA-online.de - Quelle: Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN)