09.08.2012

Software berechnet Belastung durch Sprühnebel

Wer Chemikalien aufsprüht - beispielsweise Desinfektionsmittel auf Oberflächen
oder Insektizide im Bereich des Vorratsschutzes - setzt sich der Gefahr aus,
diese Stoffe einzuatmen oder sie über die Haut aufzunehmen. Um die Gefährdungen
bei solchen Arbeiten zu bestimmen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer
Instituts für Toxikologie und Experimentelle Medizin in Hannover (ITEM) im
Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) das
Softwaretool "SprayExpo" entwickelt. Es berechnet, wie hoch die Belastung ist
und hilft, das Risiko bei der Freisetzung von Sprühnebeln am Arbeitsplatz zu
beurteilen.

Obwohl die Software sehr benutzerfreundlich programmiert wurde, weist
BAuA-Chemiker Martin Tischer darauf hin, dass ein gewisses Hintergrundwissen
nötig sei, um die richtigen Daten in SprayExpo einzugeben und somit möglichst
realistische Ergebnisse zu erhalten. "Gute Kenntnisse über die
Arbeitsbedingungen sind unerlässlich. Dann kann sich der Anwender aber auch
darauf verlassen, dass die Software realistische Ergebnisse liefert, die die
betriebliche Wirklichkeit abbilden." Dafür habe das ITEM im Auftrag der BAuA
überprüft, wie gut die Ergebnisse der Software mit den realen Daten einer
Arbeitsplatzmessung übereinstimmen. "Die Ergebnisse sind tendenziell richtig
und für viele Fälle in der Praxis ausreichend genau. Damit erleichterten sie
eine zuverlässige Expositionsabschätzung", so Tischer.

Die Software steht zur Verfügung unter www.baua.de/dok/3053520.


AplusA-online.de - Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)