08.07.2010

Sicherer Umgang mit Nanopartikeln: Nanodetektor soll Winzlinge aufspüren

Mehr als hunderttausend Arbeitsplätze weltweit sind heute direkt oder indirekt
mit der Produktion oder dem Einsatz von Nanopartikeln verbunden. Ob die
Beschäftigten auf diesen Arbeitsplätzen den Nanopartikeln selbst ausgesetzt
sind, und ob die Kleinst-Teilchen Auswirkungen auf die Gesundheit haben können,
ist allerdings noch weitgehend ungeklärt. Denn die Winzlinge lassen sich bisher
in der Umgebung nur sehr umständlich zählen oder messen. Das Institut für
Halbleitertechnik (IHT) der Technischen Universität Braunschweig will ihnen nun
gleichsam mit Hightech-Fallen auf die Schliche kommen. Sensoren sollen die
Partikel, mit denen einzelne Personen in Kontakt kommen können, in der Luft
aufspüren.

Neben den Vorteilen von Nanopartikeln werden zunehmen deren Risiken diskutiert.
Dabei ist wegen des schwierigen Nachweises bisher noch unklar, ob häufig
eingesetzte Nanopartikel aus Vorprodukten oder Produktionsanlagen, wie z. B.
Kohlenstoff-Nanoröhrchen, Titandioxid- oder Silber-Nanopartikel, sich
tatsächlich in den Fertigungsstätten verbreiten. Nicht geklärt sind auch
mögliche Auswirkungen von Nanopartikeln auf die Gesundheit. Bis dahin erfordert
ein verantwortlicher Umgang mit Nanopartikeln am Arbeitsplatz die
kontinuierliche Überwachung der Personen, die den Teilchen während ihrer Arbeit
besonders ausgesetzt sind.

"Wir wissen darüber bisher nur so wenig, weil die Nanopartikel sehr schwer zu
messen sind", erläutert der Koordinator des Verbunds, Privatdozent Erwin Peiner
vom Institut für Halbleitertechnik. "Partikelzähler für diesen Bereich sind
teuer, verhältnismäßig groß und schwer. Wir können damit die Belastung von
einzelnen Personen an ihrem Arbeitsplatz kaum messen. Um die Risiken von
Nanopartikeln im Produktionsbereich besser einzuschätzen, benötigen wir
Partikelzähler, die gleichzeitig mobil, das heißt klein und leicht, und schnell
sind."

"Wir wollen den Unternehmen zur dringend benötigten Planungssicherheit im
Umgang mit Nano-Produkten verhelfen", ergänzt Institutsleiter Prof. Andreas
Waag. "Auf der Basis Halbleitertechnologie können wir marktfähige, weil
kostengünstige Partikelzähler auf den Weg in die Industrie bringen."


Weitere Informationen in einer Pressemeldung vom Juni 2010


AplusA-online.de - Quelle: Technische Universität Braunschweig