11.04.2018

Schwingungsbelastung im Blick, Schwingungsbelastung im Griff

Beim Fahren mobiler Arbeitsmaschinen wie Gabelstapler, Traktoren
oder LKW treten Schwingungen auf. Sie können die Wirbelsäule dauerhaft schädigen.
Schwingungsdämpfende Sitze bieten nur dann Schutz, wenn sie für den Anwendungsfall
richtig eingestellt sind. Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen
Unfallversicherung (IFA) hat ein einfaches Gerät entwickelt, mit dem Beschäftige auf
einen Blick erkennen, ob ihre Schwingungsbelastung zu hoch ist. Ein Ampelsystem hilft
zu entscheiden, ob Korrekturmaßnahmen sinnvoll sind.

Wo das Lenkrad zum Arbeitsplatz wird, besteht die Gefahr gesundheitsschädlicher
Vibrationsbelastung. Langjährige, intensive Schwingungseinwirkung im Sitzen
strapaziert das Muskel-Skelett-System und kann die Lendenwirbelsäule schädigen.
Eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen sind schwingungsdämpfende Fahrersitze.

"Selbst geprüfte Fahrersitze, die auf die Fahrzeugeigenschaften abgestimmt sind,
können die Belastung allerdings nicht verringern, wenn ihr Feder-Dämpfer-System
falsch eingestellt ist", sagt Christian Freitag, Leiter des Referates "Vibration"
im IFA. Und auch die Fahrweise kann einen großen Einfluss auf die Vibrationsbelastung
haben. Jede Fahrbahnunebenheit, die nicht umfahren wird, sorgt für zusätzliche
Schwingungsbelastung.

Die betroffenen Beschäftigten erkennen das Problem oft nicht. Ein neues, im IFA
entwickeltes Gerät soll Abhilfe schaffen. Es besteht aus einer Messscheibe auf
dem Fahrersitz und einem einfach zu montierenden Display, das die Vibrationsbelastung
visualisiert. Freitag: "Dabei machen wir uns eine Art Ampelsystem zunutze. Ein Balken
am rechten Displayrand signalisiert über seine Farbe - grün, gelb, rot - ob die
Schwingungsbelastung eine kritische Höhe erreicht. So sind Schwingungen nicht mehr
nur etwas, was die Fahrer und Fahrerinnen unbestimmt spüren. Sie haben jetzt die
Möglichkeit, Schwingungen zu sehen, zu bewerten und - ganz wichtig - aktiv zu verändern."

Das neue Anzeigegerät wird vom IFA in Kleinserie produziert. Interessierte Betriebe
können es zu Schulungs- und Sensibilisierungszwecken ausleihen.

Weiterführende Informationen


AplusA-online.de - Quelle: IDeutsche Gesetzlichen Unfallversicherung DGUV