28/09/2017

Schutz für die Augen am Arbeitsplatz

Ein Splitter, ein Funke, ein Spritzer und das Augenlicht kann erheblich leiden
oder sogar für immer verloren gehen. Die Gefahr für die Augen wird in vielen
Arbeitsbereichen unterschätzt. Jedes Jahr geschehen auf Baustellen tausende von
Augenverletzungen. Darauf hat die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG
BAU) in Berlin am 29. März 2017 hingewiesen. Zugleich gibt die BG BAU Tipps,
wie solche Verletzungen mit geeigneten Schutzbrillen vermieden werden.

Berufsbedingte Verletzungen der Augen können bei mechanischen Arbeiten, durch
chemische Einflüsse oder durch optische Strahlen entstehen. Im Jahr 2016
verzeichnete die BG BAU fast 3.500 meldepflichtige Arbeitsunfälle, bei denen
die Augen von Beschäftigten verletzt wurden. Meldepflichtig sind Unfälle, die
eine Arbeitsunfähigkeit von drei Tagen oder den Tod zur Folge haben. Im
gleichen Jahr registrierte die BG BAU zudem beinahe 34.000 nicht
meldepflichtige Augenverletzungen. In solchen Fällen sind die Mitarbeiter zum
Hausarzt gegangen oder die Betroffenen hatten Glück und die Verletzungen
heilten nach kurzer Zeit von selbst.

Nach Angabe der BG BAU können Fremdkörper beim Flexen, Sägen oder Schleifen ins
Auge fliegen und Stich- oder Rissverletzungen auslösen. Schläge oder Stöße mit
Prellungen oder Quetschwunden entstehen, wenn Handwerkszeug abgleitet oder
Teile wegfliegen. Solche Verletzungen haben oft Infektionen und manchmal
bleibende Schäden zur Folge. Über die Hälfte aller meldepflichtigen Unfälle
entstehen so. Sie lassen sich in der Regel durch Schutzbrillen mit Seitenschutz
verhüten. Gefährlich sind auch chemische Stoffe, wie etwa Reinigungsmittel,
Kalk oder manche Klebstoffe. Sie können die Augen verätzen. Dabei werden die
Zellen der Hornhaut im Auge zerstört, innerhalb kurzer Zeit kann die Hornhaut
eintrüben und sich die Sehkraft mindern. Dieses kann dazu führen, dass die
Betroffenen erblinden. Vor solchen Verletzungen bewahren rundum geschlossene
für den Baustellenbetrieb geeignete Schutzbrillen mit der Kennzeichnung "F" auf
dem Brillengestell und den Sichtscheiben.

Weitere Risiken gehen von ultravioletten (UV) Strahlen aus, etwa beim
Schweißen. Diese verblitzen das Auge und lassen Hornschäden entstehen, die man
jedoch durch Schutzschirme, Schutzhauben oder sehr gut durch
Automatik-Schweißhelme mit so genanntem Speedglas vermeiden kann.

Wie die BG BAU betont, kann ebenso eine zu hohe Dosis an Sonnenstrahlen die
Augen von Beschäftigten schädigen, die oft im Freien arbeiten. Dort können
intensive UV-Strahlen schnell die Hornhaut und Bindehaut entzünden und zu
Augenschmerzen führen. Grund sind fotochemische Reaktionen, die die äußersten
Zellen zerstören. Treffen die Strahlen nur vorübergehend auf die Augen, heilen
Hornhaut und Bindehaut nach ein oder zwei Tagen ab, weil dort ständig neue
Zellen gebildet werden. Wirken UV-Strahlen jedoch langjährig auf die Augen ein,
kann es die Augenlinse trüben und grauer Star entsteht.

Davor schützen Sonnenbrillen, die für den gewerblichen Bereich geeignet (DIN EN
166) und nach DIN EN 172 ausgewiesen sind. Die BG BAU empfiehlt
UV-Schutzbrillen mit der Schutzstufe 5-2,5. Damit sind ein ausreichender Schutz
und eine sichere Farberkennung im Straßenverkehr gewährleistet. Zusätzlich
sollte die Brille eine seitliche transparente Abschirmung haben.

AplusA-online.de - Quelle: Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU)