03.07.2018

Schutz der Beschäftigten ist oberstes Gebot bei der Gestaltung von Arbeitszeit

Dr. Kai Seiler, Präsident des Landesinstituts für Arbeitsgestaltung
des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.nrw), war als Sachverständiger in der öffentlichen
Anhörung des Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestags zum Thema
"Flexiblere Arbeitszeiten" geladen. Er berichtete dort über arbeitswissenschaftliche
und arbeitsmedizinische Erkenntnisse zum Thema Arbeitszeit.

Dr. Kai Seiler machte gegenüber dem Bundestagsausschuss "Arbeit und Soziales"
am Montag, 25. Juni 2018 deutlich, dass lange Arbeitszeiten bereits ab der 9.
Stunde nachweisbar die Unfallzahlen erhöhen. Außerdem können sie zu
Gesundheitsbeeinträchtigungen führen, insbesondere wenn eine Kürzung der Ruhezeit
zu einem Aufschaukeln von ungünstigen Belastungskonstellationen führt. Bezüglich
der Risiken einer zusätzlichen Kürzung von Ruhezeiten betonte Dr. Seiler, dass nicht
Abschalten können, insbesondere durch Unterbrechungen der Ruhezeiten (z. B. eine
dienstliche E-Mail) die notwendige Erholung beeinträchtigen kann.

Der Ausschuss hatte Dr. Seiler zur öffentlichen Anhörung "Änderung des
Arbeitszeitgesetzes", die sich mit einem Gesetzentwurf der FDP Fraktion zur
Flexibilisierung der Arbeitszeit beschäftigte, als Sachverständigen geladen.
Den Abgeordneten wurde zuvor eine Stellungnahme mit arbeitswissenschaftlichen
und arbeitsmedizinischen Erkenntnissen zum Thema Arbeitszeit übersandt. Im
Rahmen der öffentlichen Anhörung hatten die Abgeordneten die Möglichkeit, die
geladenen Sachverständigen zum Antragsthema zu befragen.

Mehr zur Anhörung des Bundestagsausschuss "Arbeit und Soziales" zum Thema "Änderung des Arbeitszeitgesetzes" am 25.06.2018


AplusA-online.de - Quelle: Landesinstitut für Arbeitsgestaltaltung (LIA)