30.07.2015

Schnelle Hilfe aus der Luft kann Leben retten - ASB fordert Einbindung von Defikoptern in den Rettungsdienst

Im Falle eines plötzlichen Herztodes ist die sofortige Erste Hilfe von
entscheidender Bedeutung. In Deutschland erleiden jedes Jahr mehr als 60.000
Menschen einen Herzstillstand. 80 bis 90 Prozent überleben ihn nicht, weil
ihnen entweder gar nicht oder nicht schnell genug geholfen wird.

Besonders abgelegene, ländliche Gegenden oder Waldgebiete sind für
Rettungsfahrzeuge nicht so schnell zu erreichen wie dichtbesiedelte Städte und
Gemeinden. Umso wichtiger ist hier die schnelle Hilfe durch anwesende
Ersthelfer, die die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken
können. "In den meisten Städten gibt es sogenannte Defibrillatoren für die
Laienreanimation. Sie sind einfach anzuwenden und können im Notfall Leben
retten", erklärt Heiko Werner, Abteilungsleiter Bevölkerungsschutz beim
ASB-Bundesverband. "Auf dem Land sucht man danach vergebens." Hier könnten
Drohnen zu fliegenden Lebensrettern werden: Ausgestattet mit einem
Defibrillator, kurz Defi, fliegen sie über Wälder, Flüsse oder Stauseen zu
ihrem Bestimmungsort. Der Flug wird von einer Rettungsleitstelle am Bildschirm
überwacht. Am Unfallort angekommen, wird der Defi abgeworfen und kann sofort
eingesetzt werden.

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und der gemeinnützige Verein "definetz e.V."
engagieren sich für eine bundesweite Einführung der sogenannten Defikopter. Die
Fluggeräte sind technisch so weit ausgereift, dass sie kurzfristig in Serie
gehen könnten. "Vorher müssen jedoch die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen
werden", erklärt Friedrich Nölle von "definetz e.V." "Solange es keine
Flugerlaubnis für vollautomatische Flüge von Drohnen und keine entsprechende
Abwurfgenehmigung gibt, bleiben ländliche Gebiete ohne ausreichende
Defibrillatoren." Sobald es eine gesetzliche Regelung gebe, könnten Defikopter
in das deutsche Rettungssystem eingebunden werden, so Nölle. "Angesichts der
großen Zahl von Menschen, die jedes Jahr an einem Herzstillstand sterben, weil
sie nicht rechtzeitig behandelt werden, appellieren wir an den Gesetzgeber,
diese schnelle Hilfe zu ermöglichen."

In einem gerade fertiggestellten Kurzfilm zum "Jahr der Ersten Hilfe im ASB"
zeigt der Verband gemeinsam mit "definetz e.V." die schnelle und lebensrettende
Versorgung eines Herzstillstand-Patienten mithilfe eines Defikopters.


Hier können Sie den Film ansehen


AplusA-online.de - Quelle: ASB Deutschland e.V.