05.07.2011

Robotik - Sicherheit ohne Schutzzaun

Vor allem bei Montagetätigkeiten sollen sich Mensch und Roboter künftig
ergänzen und ihre speziellen Fähigkeiten für die Zusammenarbeit nutzen: Der
stählerne Assistent könnte seine Kraft, Ausdauer und Geschwindigkeit ausspielen
- der Mensch hingegen seine Fingerfertigkeit und sein motorisches Geschick.
Derzeit sind die automatischen Helfer jedoch meist von Schutzzäunen umgeben.
Die Arbeitsschutzvorschriften erlauben den Kontakt zwischen Personen und
Robotern nur unter bestimmten Bedingungen - zu groß ist die Gefahr, dass sich
Menschen verletzen. Um die Zusammenarbeit dennoch zu ermöglichen, sollen neue
Technologien Arbeitsräume und Sicherheitsbereiche definieren, die der Mensch
nicht betreten darf. Beim Überschreiten dieser Schutzzonen wird der Roboter
gestoppt oder verlangsamt. Eine neuartige Lösung zur hochflexiblen
Arbeitsraumüberwachung haben jetzt Forscher des Fraunhofer-Instituts für
Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg im BMBF-gefördeten Projekt
"ViERforES" entwickelt.

Bei dieser Sicherheitslösung kommen herkömmliche Projektoren und Kameras zum
Einsatz, die in der Regel an der Decke angebracht werden. Die Besonderheit des
Systems: Die zu überwachenden Schutzzonen werden direkt auf den Fußboden oder
auch an die Wand projiziert. Dabei zeichnen die Projektionsstrahlen sichtbare
Linien in den Arbeitsraum. Menschen erkennen das Schutzfeld somit sofort und
wissen, wie weit sie sich dem Roboter nähern dürfen. Werden die
Sicherheitsbereiche durch Betreten von Personen verletzt, so erkennt die Kamera
dies umgehend - die projizierten Linien werden unterbrochen. Der Roboter bremst
sogleich. Zusätzlich lassen sich optische und akustische Warnsignale erzeugen.
Eine weitere Besonderheit: Die markierten Bereiche können in ihrer Lage und
Größe variieren und beliebige Formen annehmen - etwa einen Kreis, ein Rechteck
oder variable Freiformen.

Weitere Informationen in einer Pressemeldung vom Juli 2011.


AplusA-online.de - Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft  zur Förderung der angewandten Forschung e.V.