26.09.2014

Risiko Rücken: Weniger als die Hälfte der Unternehmen beugt systematisch Rückenbeschwerden vor

Weniger als die Hälfte der Unternehmen beugt systematisch Rückenbeschwerden
vor. Das geht aus einer Befragung im Auftrag der Kampagne "Denk an mich. Dein
Rücken" hervor. So berücksichtigt zum Beispiel nur knapp jeder zweite Betrieb
körperliche Belastungen des Rückens bei der Beurteilung von Gefahren im
Betrieb. Das Ergebnis überrascht: Denn insgesamt geben rund drei Viertel der
Unternehmen und Beschäftigten an, dass Rückenbelastungen im Arbeitsalltag für
sie eine Rolle spielen.


"Rückenerkrankungen gelten als Volkskrankheit Nummer 1", sagt Dr. Walter
Eichendorf, stv. Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen
Unfallversicherung (DGUV). "Um Rückenbeschwerden vorzubeugen und zu vermeiden,
ist es daher wichtig, auch Risiken und Gefahren im Arbeitsumfeld zu erkennen
und zu beseitigen."


Wo es um das Bewegen schwerer Lasten geht, sind die meisten Unternehmen gut
aufgestellt. Laut IAG Report geben 90 Prozent der Unternehmen an, über Hebe-
und Tragehilfen zu verfügen, wo sie erforderlich sind. Die Beschäftigten
bewerten die Situation etwas kritischer. Doch auch hier geben rund 80 Prozent
an, dass Hilfsmittel zum Transportieren vorhanden sind.


Rückenbeschwerden können jedoch nicht nur auf körperliche Beanspruchung
zurückgehen. Stress durch hohen Zeitdruck oder durch schlechte Führung kann
sich gleichermaßen auf die Rückengesundheit auswirken. "Unsere Untersuchung hat
allerdings gezeigt, dass lediglich ein Drittel der Unternehmen psychische
Belastungen bei der Beurteilung von Gefahren berücksichtigt.", so Eichendorf.
"Hier könnten die Betriebe direkt ansetzen, um Ausfallzeiten durch
Rückenbeschwerden zu verringern."


Eine gute Präventionskultur im Unternehmen sei darüber hinaus der beste Weg,
Rückenbelastungen bei der Arbeit zu verhindern, so Eichendorf.
"Präventionskultur bedeutet, dass das Thema Sicherheit und Gesundheit
systematisch und ganzheitlich in die Prozesse und Strukturen des Unternehmens
integriert ist." Auch hier gibt es Nachholbedarf: Bisher hat zum Beispiel
weniger als die Hälfte der Unternehmen Gesundheitsziele in ihrem Leitbild
verankert.


Das Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen
Unfallversicherung (IAG) hat im Rahmen der Präventionskampagne "Denk an mich.
Dein Rücken" deutschlandweit rund 2.600 Beschäftigte, 1.600 Unternehmerinnen
und Unternehmer sowie rund 800 Fachkräfte für Arbeitssicherheit zur aktuellen
betrieblichen Situation in Bezug auf das Thema Rücken befragt. Der IAG Report
kann in der Publikationsdatenbank heruntergeladen werden.

Der IAG Report zum Download


AplusA-online.de - Quelle: Präventionskampagne "Denk an mich. Dein Rücken"