05.02.2019

Rheinische Post: Arbeitsschutzkontrollen in Deutschland stark rückläufig

(Presseportal) Der Schutz der Bürger vor Gefahren am Arbeitsplatz wird in
Deutschland immer weniger kontrolliert. Die Zahl der Prüfer ist gesunken, die
der Betriebe gestiegen, und der Abstand zwischen zwei Kontrollen hat sich im
bundesweiten Durchschnitt auf rund 20 Jahre verdoppelt. Das geht aus einer
Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken für den Zeitraum 2007
bis 2017 hervor, die der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Freitag) vorliegt.
Danach reduzierte sich die Anzahl der Arbeitsschutzkontrollen um fast die
Hälfte von rund 347.000 auf 182.000. Am stärksten ging die Überwachung im
Gaststätten- und Hotelgewerbe, in den Bereichen Nahrungsmittel,
Autowerkstätten, Tankstellen, Holzverarbeitung und Verkehr zurück.

Zugleich stieg die Zahl der zu prüfenden Betriebsstätten um acht Prozent auf
2,46 Millionen sowie von deren Beschäftigten um 14,5 Prozent auf 31,3
Millionen. Die Gesamtzahl der Beanstandungen sank aber um die Hälfte auf
352.000. Die Sprecherin für Mitbestimmung und Arbeit der Linken im Bundestag,
Jutta Krellmann, sagte: "Die Zustände beim Arbeitsschutz in Deutschland sind
einer Industrienation im 21. Jahrhundert unwürdig." Internationales Recht werde
gebeugt. Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten würden mutwillig
gefährdet. Die Regierung müsse sofort mehr Personal einstellen, um wieder
flächendeckend und regelmäßig die Betriebe zu kontrollieren.

AplusA-online.de - Quelle: Rheinische Post