28.08.2017

Qualität der Arbeit: Arbeitnehmer sind zufrieden

Die große Mehrheit der Arbeitnehmer in Deutschland ist mit ihrem Arbeitsplatz
zufrieden. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln
(IW). Ähnlich sieht es im Rest Europas aus.

Rund 88 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland sind mit ihrem
Beschäftigungsverhältnis zufrieden. Damit liegt die Bundesrepublik leicht über
dem europäischen Durchschnitt von 86 Prozent, wie eine empirische Analyse auf
Basis des European Working Conditions Survey (EWCS) 2015 zeigt. An der Spitze
stehen Arbeitnehmer aus Österreich und den Niederlanden mit knapp 93
beziehungsweise knapp 92 Prozent.

Ausschlaggebend für die Zufriedenheit sind Wertschätzung und Anerkennung, die
sich in Geld, Aufstiegsperspektiven und Lob ausdrücken. Ähnlich wichtig ist ein
gutes soziales Umfeld am Arbeitsplatz. Andersherum wirken sich Zeitdruck,
häufige Unterbrechungen oder sehr lange Arbeitszeiten negativ auf die
Arbeitszufriedenheit aus. Größere Handlungsspielräume für die Beschäftigten
können dies allerdings aufwiegen. So bewerten zum Beispiel mehr als 80 Prozent
der Beschäftigten in Deutschland, die unter starken Termindruck arbeiten, ihren
Arbeitsplatz als gut.

Ohne Unterstützung macht der Job keinen Spaß
Anteil der Befragten in Prozent, die mit ihrer Arbeit insgesamt zufrieden sind,
und wie sich dieser Anteil verändert, wenn die Beschäftigten mit einzelnen
Aspekten ihrer Arbeit unzufrieden sind.

Bei der Auswertung zeigt sich auch, dass Führungskräfte aus Sicht der
Betroffenen besser sind als ihr Ruf: In allen Mitgliedstaaten der Europäischen
Union fühlt sich die große Mehrheit der Beschäftigten von ihrer unmittelbaren
Führungskraft gewürdigt, auch in Deutschland. Europaweit und auch hierzulande
bestätigen sieben von zehn Arbeitnehmern, dass sie von ihrer Führungskraft für
gute Arbeit auch gelobt werden.

"Die Zufriedenheit ist der eigentliche Gradmesser für die Qualität der
Arbeitsplätze in einer Volkswirtschaft", erklärt IW-Arbeitsmarktexpertin Andrea
Hammermann. Je zufriedener die Arbeitnehmer seien, desto höher sei die Qualität
der Arbeit, wie sie von den Beschäftigten wahrgenommen wird. Im Vergleich zu
den Vorgängeruntersuchungen des EWCS aus den Jahren 2005 und 2010 ist die
Arbeitszufriedenheit auf hohem Niveau konstant geblieben. "Für eine häufig
unterstellte schleichende Verschlechterung der Qualität der Arbeit fehlt daher
in Deutschland und auch in der Europäischen Union insgesamt der empirische
Beleg."

Mehr Info zur Qualität der Arbeit in Europa


AplusA-online.de - Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln